Keine gesundheitliche Schäden durch Handystrahlung

Neue Analyse

Keine gesundheitliche Schäden durch Handystrahlung

Das Telefonieren mit dem Handy oder Smartphone sei ungefährlicher als weitläufig angenommen, Mobilfunk stelle bei Einhaltung der Grenzwerte keine Gesundheitsgefahr für Menschen dar - zu diesem Ergebnis sind zumindest die Experten des "Wissenschaftlichen Beirats Funk" (WBF) nach ihrer alljährlichen Bewertung aktueller wissenschaftlicher Literatur gekommen. Insgesamt 100 Studien hat das Gremium gesichtet und analysiert, die Erkenntnisse wurden am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien präsentiert.

Keine Schäden nachweisbar
"Wir sind zu dem Gesamtergebnis gekommen, dass eine gesundheitliche Gefährdung bei Einhaltung der gültigen Grenzwerte nicht nachgewiesen werden konnte", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Norbert Vana. Generell empfehlen die Experten dennoch "einen sorgsamen Umgang mit modernen Mobilfunktechnologien". Bis zu einem gewissen Grad könne jeder selbst steuern, welchem Ausmaß an Exposition gegenüber elektromagnetischen Strahlen er sich aussetzt. So verringert die Verwendung von Bluetooth die Exposition während des Telefonierens in "isolierten" Räumen wie etwa im Auto oder in der Garage.

Belastung hängt vom Standort ab
Für die Experten interessant war der Nachweis, dass die Strahlenbelastung in U-Bahn, Straßenbahn und Zug höher ist als beispielsweise in den eigenen vier Wänden. "Eine Exposition zu Hause beträgt oft nur bis zu sieben Prozent im Vergleich zu jener in öffentlichen Verkehrsmitteln", so Vana.

Eine Störung der Befindlichkeit durch hochfrequente elektromagnetische Felder von Mobilfunkeinrichtungen konnte nicht bestätigt werden. Dennoch reiche das bloße Vorhandensein von Handymasten, auch wenn diese nachweislich nicht senden, aus, um "Störungen der Befindlichkeit bei Personen hervorzurufen, die sich selbst als überempfindlich bezeichnen", so der Wiener Arbeitsmediziner Christian Wolf.

Hochkarätige Expertenrunde
Die 16-köpfige Expertenrunde aus Neurologen, Epidemiologen, Arbeitsmedizinern, Psychologen u.a. bewerteten insgesamt 100 weltweite Studien, die zwischen Februar 2010 und Jänner 2011 publiziert wurden. Eine von den Wissenschaftern analysierte Studie kam zu dem Ergebnis, dass UMTS-Mobiltelefone die Funktion von Herzschrittmachern nicht beeinflussen. Daher empfehlen die Experten den Herstellern, Handys zu erzeugen, die die Möglichkeit haben, Daten nur via UMTS zu übertragen.

Entwarnung gab der WBF in Sachen Spermienqualität und Gentoxikologie. Eine "Interphone Studie" zum Thema Mobilfunk und Krebs konnte keine erhöhten Risiken feststellen. Aufgrund anderer Studien, welche geringe Erhöhungen des Krebsrisikos bei der Handynutzung finden, wird von den Experten dennoch ein sorgsamer Umgang mit Mobiltelefonen empfohlen. Eine Studie aus Großbritannien kam zu dem Ergebnis, dass es "in der Umgebung von Handymasten keinen Zusammenhang mit kindlichen Krebserkrankungen gebe", sagte Wolf. Laut WBF, das ein beratendes Gremium des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie ist, konnten Einflüsse auf die Hörleistung und Gesundheitsgefährdungen im Fachbereich Augenheilkunde eindeutig nicht nachgewiesen werden.

Ratschläge
Generell raten die Experten des WBF dazu, sich im Bereich der Grenzwerte nicht nur auf den Mobilfunk zu konzentrieren. So wiesen sie etwa darauf hin, dass Schnurlostelefone älterer Technologien eine kontinuierliche Quelle der Belastung darstellen, eine Abschätzung dieser Exposition in einschlägigen Studien bisher jedoch kaum Beachtung fand. Im Gegensatz zu neueren Modellen senden die Älteren unentwegt.

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