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Lenovo bringt den iPhone-Killer

Revolutionäres Smartphone

Lenovo bringt den iPhone-Killer

Motorola-Mutter Lenovo hat sein Versprechen gehalten: Der weltgrößte Computerhersteller bringt die Technik von Googles "Project Tango", mit der Geräte dank Sensoren ihre Umgebung erfassen können, in einem Smartphone erstmals auf den Markt. Der chinesische Hersteller stellte in der Nacht zum Freitag drei Smartphones der neuen PHAB2-Reihe vor. Absolutes Highlight ist dabei das PHAB2 Pro, das dank der revolutionären Technik sein Umfeld abtasten und abbilden kann.

Video zum Thema Lenovo Phab 2 Pro: iPhone-Killer?
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Augmented Reality
Das bereitet den Boden für bessere Anwendungen mit sogenannter Augmented Reality (AR, etwa: erweiterte Realität), bei denen virtuelle Inhalte in die echte Umgebung eingeblendet werden. "AR-Gaming macht es möglich, dass Nutzer virtuell Domino auf ihrem Küchentisch spielen, ein digitales Haustier in ihrem Schlafzimmer aufziehen und Schwärme von Aliens bekämpfen können, die versuchen in das Haus einzudringen", beschreibt Lenovo die Möglichkeiten für Computerspiele. Gegenstände oder Personen werden präzise in der Größenrelation eingefügt. Der Dinosaurier im Klassenzimmer erscheint genau so groß wie er in Wirklichkeit war. Möbelstücke fügen sich in echter Größe harmonisch im Zimmer ein - oder eben auch nicht. Das weiß man dann schon vor dem Kauf. Solche Innovationen würde man sich eigentlich von Apple erwarten. Für Technik-Freaks könnte das Lenovo-Flaggschiff also eine echte iPhone-Alternative sein.

Ausstattung
Das PHAB 2 Pro bietet ein leicht gebogenes, 6,4 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel. Bei dem Gerät handelt es sich also um ein Phablet. Als Antrieb kommt der eigens für Tango entwickelte Snapdragon 652 Prozessor zum Einsatz, dem 4 GB RAM zur Seite stehen. Den internen 64 GB Speicher können User per microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern. Eine 8 MP-Frontkamera, LTE, WLAN (ac), Bluetooth 4.0, A-GPS, NFC, FM-Radio und ein Fingerabdrucksensor sind ebenfalls mit an Bord. Als Betriebssystem kommt Googles Android 6.0 "Marshmallow" zum Einsatz.

lenovo_phab2_pro.jpg © Lenovo Lenovo setzt für die Tango-Technik auf eine REAL3-Sensor von Infineon.

Spezielle Tango-Objektive
Das absolute Highlight befindet sich auf der Rückseite. Dort gibt es gleich eine ganze Reihe an Objektiven. Eines gehört zur herkömmlichen 16 MP-Kamera, die auch 4K-Vidoes aufnimmt. Die anderen Objektive sind ausschließlich für die Tango-Technik da und dienen der räumlichen Orientierung. Während normale 3D-Kameras ihre Umgebung mit Stereo-Kameras erfassen, geht Lenovo einen anderen Weg. Die Chinesen setzen auf einen von Infineon entwickelten "REAL3-Sensor", der die Laufzeit von ausgesendetem und reflektiertem Infrarot-Licht misst und darüber hinaus für jedes Pixel den Helligkeitswert bestimmt. So kann der innovative Sensor das 3D-Abbild durch eine kontinuierliche Verfolgung der Bewegung erstellen. Das dabei entstandene Modell wird mit jeder Bewegung verfeinert und detaillierter. Es vermisst die Umwelt also auf den Millimeter genau und reichert sie dann mit digitalen Informationen an. Erstmals "weiß" ein Smartphone, wo es sich befindet, welche Gegenstände da stehen, wie groß die sind und wie weit sie voneinander entfernt sind.

Weitere Anwendungsbereiche
Neben Games könnte die Technologie aber genauso auch zur Vermessung von Innenräumen beitragen, ähnlich wie Google mit Maps und Street View die Außenwelt abbildet. Damit kann man zum Beispiel präziser neue Möbel oder Hausgeräte probeweise in Wohnräume einblenden.

lenovo_phab2_pro_960.jpg © Lenovo Der (runde) Fingerabdrucksensor ist hinten unterhalb der revolutionären Kamera verbaut.

Fazit
Technik, Ausstattung und Preis - das Gerät soll ab Herbst für 499 Euro in den Handel kommen - sprechen klar für das PHAB2 Pro. In diesen Punkten hängt es das aktuelle iPhone deutlich ab. Lediglich die Größe und das Gewicht könnten viele Interessenten abschrecken. Denn mit seinem 6,4 Zoll Display ist das Smartphone fast so groß wie ein kleineres Tablet. Darüber hinaus ist es mit 10,9 Millimetern ziemlich dick und bringt auch stolze 259 Gramm auf die Waage.

Ob die Technik aber letztlich angenommen wird, werden allerdings vor allem die Apps entscheiden, die bis dahin auf dem Markt sein werden. Google arbeitet fieberhaft daran, andere Anbieter von Möbelhäusern über Navigationsherstellern bis Schulbuchverlage müssen folgen.
 

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