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Wenig Dynamik lässt Handytarife steigen

Aktueller RTR-Bericht

Wenig Dynamik lässt Handytarife steigen

In der Mobilfunkbranche sind im Vorjahr die Beschwerden deutlich zurückgegangen, die viel kritisierten Tariferhöhungen blieben unter der Inflationsrate, geht aus dem am Freitag (13. Juni) präsentierten Streitschlichtungsbericht der Regulierungsbehörde RTR hervor. Die Behörde erwartet gegen Ende des Jahres neue Anbieter, wodurch die Preise, wie berichtet, wieder sinken könnten.

Im Vergleich zum sehr stabilen Verbraucherpreisindex sind zwar die Tarife seit dem Herbst des Vorjahres deutlich nach oben gegangen, sie blieben aber trotzdem unter der Teuerungsrate. Lediglich Wenigtelefonierer mussten etwas mehr zahlen als die Inflationshöhe. Wer sein Ohr gar nicht mehr vom Handy bekam zahlte gegen Jahresende sogar weniger.

Weniger Dynamik
Die Dynamik im Wettbewerb habe jedenfalls durch die Übernahme von Orange durch "3" gelitten, die Preissteigerungen würden bis dato weiter gehen, so RTR-Chef Johannes Gungl. "Wir sehen die mangelnde Dynamik mit Sorge", erklärte Gungl.

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Weniger sorgenvoll ist hingegen die Entwicklung bei den Streitschlichtungsfällen, wo es im Vorjahr einen Rückgang von 1.511 Verfahren oder 35 Prozent gegeben hat. Gungl führt dies vor allem auf die Kostenbeschränkungsverordnung zurück, wonach bei Datendiensten eine Sperre bei 60 Euro im Monat eintritt. Insgesamt wurden im Vorjahr 2.859 Schlichtungsfälle registriert. Als einziger musste "3" einen Anstieg der Beschwerden verzeichnen, allerdings sei dies auf die Netzzusammenführung mit Orange zurückzuführen, hier habe sich die Lage mittlerweile beruhigt. Die beste Bilanz - in Relation zum Marktanteil - weist T-Mobil auf.

Heuer dürften die Beschwerden wieder steigen
Allerdings beobachtet Gungl heuer einen gegenläufigen Trend, er rechnet wieder mit mehr Beschwerden. Eine klare Ansage kam von ihm zu der mittlerweile eingestellten Aktion von T-Mobile, Kunden mit SMS "zwangszubeglücken" - sprich ihnen Zusatzdienste aufs Auge zu drücken, die dann aktiv abbestellt werden mussten. "Das war ein Verstoß gegen geltende Rechtslage", so Gungl.

Nichts neues zu berichten gab es zur Prüfung des Syndikatsvertrages zwischen der Staatsholding ÖIAG und der mexikanischen America Movil. Dieses läuft noch bis Ende Juni. Grundsätzlich sei ein Syndikatsvertrag wie ein Zusammenschluss, nun gelte es zu schauen welche wirtschaftlichen Aktivitäten die Mexikaner noch in Österreich haben.

>>>Nachlesen: So stark sind die Handytarife gestiegen

Durchklicken: Heimischer Telekommunikations-Markt 1/10
Mobilfunk-Marktanteile Die Marktanteile der Netzbetreiber waren zuletzt stabil. A1 kommt auf 43,4 Prozent, T-Mobile auf 31 Prozent und "3" auf 25,6 Prozent.
Mobilfunkpenetration Die Mobilfunkpenetration (Anzahl der aktivierten SIM-Karten dividiert durch die Bevölkerungszahl) hat zu Beginn des heurigen Jahres mit 162 Prozent ihren historischen Höhepunkt erreicht, zuletzt lag sie bei 156 Prozent.
Preisanstieg im Mobilfunk Zum Jahresende 2013 hat es einen deutlichen Preisanstieg im Mobilfunk gegeben. "Im Zeitraum von September 2013 bis Dezember 2013 sind die Tarife des High- und Power-Users um 10,0 Prozent bzw. 10,7 Prozent gestiegen. Bei den Low-User-Tarifen kann eine Preissteigerung von 9,1 Prozent verzeichnet werden. Die Tariferhöhungen beim Medium-User fallen mit 6,6 Prozent am geringsten aus", heißt es dazu im Telekom-Monitor der RTR.
SMS-Versand Bei den SMS hält die Talfahrt ungebrochen an. Wurden im 1. Quartal 2013 noch 1,68 Milliarden Kurznachrichten verschickt, waren es im 3. Quartal 2013 nur noch 1,35 Milliarden. Das All-Time-High wurde im 4. Quartal 2011 mit über 2 Milliarden SMS erreicht.
Datenvolumen Völlig gegenteilig sieht es beim Datenvolumen (ohne SMS, MMS) aus. Mit 27.800 Terabyte wurde ein neuer Höchststand erreicht und ein sattes Plus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingefahren.
SIM-Karten Von den rund 13,2 Mio. SIM-Karten entfielen 69 Prozent auf Vertrags- und 31 Prozent auf Wertkartenkunden. Das Verhältnis ist seit langem stabil.
Mobilfunk-Umsätze Bei leicht rückläufigen mobilen Telefonieminuten ist der durchschnittliche Umsatz pro Mobilfunkkunde und Monat zuletzt um 3,6 Prozent auf 14,4 Euro angestiegen.
Festnetzanschlüsse Die Zahl der Festnetzanschlüsse blieb mit gut 2,03 Millionen privaten Haushalten in den vergangenen Monaten stabil (insgesamt gibt es in Österreich rund 3,7 Mio. Haushalte).
Festnetz-Umsatz Im Festnetz sank der monatliche Umsatz pro Privatkunden erstmals unter die 5-Euro-Marke. Bei den Geschäftskunden wurde die 20-Euro-Marke unterschritten.
Kostenpflichtige Nummern Die Zahl der kostenpflichtigen Diensterufnummern (0810, 0900, etc.) ist stark rückläufig, bei den kostenfreien 0800-Nummern gibt es hingegen eine stabile Entwicklung.

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