01. Juli 2010 13:53
Was am Mittwoch (30. Juni) noch Spekulation
war, wurde nur einen Tag später Realität. Denn die Empfangsprobleme
beim neuen iPhone machen Apple jetzt auch juristischen Ärger. Zwei
Anwaltskanzleien reichten vor dem Bezirksgericht des US-Bundesstaates
Maryland eine Sammelklage gegen den Elektronikkonzern und den
Telekommunikationsriesen AT&T ein, der das Handy in den USA exklusiv
vertreibt.
Schadenersatz
"Den Klägern sind defekte
iPhone-4-Geräte verkauft worden, bei denen Anrufe und
Datenverbindungen abreißen", heißt es in der am Mittwoch
veröffentlichten Klage. Es sei unmöglich, das Telefon in normaler Art und
Weise zu nutzen. Die Kläger, zwei Einzelpersonen, verlangen Schadenersatz
und eine Beseitigung der Empfangsprobleme.
Die Kläger nehmen für sich in Anspruch, im Namen aller Nutzer des iPhone 4
zu sprechen. Es gebe potenziell Millionen Geschädigte, führten ihre Anwälte
aus. Apple hatte alleine an den ersten drei Tagen nach dem Verkaufsstart 1,7
Millionen iPhone 4 losgeschlagen. Kein anderes Apple-Gerät war jemals so
gut bei den Kunden angekommen.
Doch aber schon kurz nach dem
Verkaufsstart hatten sich erste Nutzer in Internetforen und Blogs beschwert,
dass die Empfangsqualität bescheiden sei. Besonders Menschen, die mit der
linken Hand telefonieren, meldeten Probleme. Schnell geriet die Konstruktion
der Antenne in Verdacht: Beim iPhone
4 ist dies der äußere Rahmen. Wenn man die Antenne während des
Telefonierens mit der Hand verdeckt, verschlechtert sich der Empfang. Apple
rät den Nutzern das Handy einfach anders zu halten, oder eine passende
Schutzhülle aus Plastik oder Gummi zu verwenden.
Apple wies die Vorwürfe zurück
Das Unternehmen wies
den Vorwurf einer Fehlkonstruktion bereits
zurück. Die beschriebenen Effekte gehörten schlicht zu den "Gegebenheit
des Lebens bei jedem Mobiltelefon", erklärte der kalifornische
Elektronikkonzern. Der Effekt stelle sich bei jedem Handy ein, wenn man es
an genau den Stellen zuhält, an denen die Antenne untergebracht ist.
Gleichzeitig arbeitet Apple aber auch an einer neuen Firmware. Dieses
Software-Update soll die Empfangsprobleme eindämmen. Ein durchschlagender
Erfolg ist davon jedoch nicht zu erwarten. Denn der Fehler ist in erster
Linie konstruktionsbedingt und kann mit einer neuen Software nicht komplett
beseitigt werden.