Elektronik-Messe IFA
Jetzt startet 3D so richtig durch
Nun kommen 3D-Fernsher, -Notebooks, -Tablets und -Monitore ohne Brille.
Die weltgrößte Elektronikmesse IFA hat am Freitag (2. September) für Besucher geöffnet. Mehrere tausend Gäste strömten am Vormittag zu den Ständen der mehr als 1.400 Aussteller. Sie zeigen bis zum 7. September ihre Neuheiten. Neben Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sind auch Hausgeräte zu sehen.
Trends
Im Mittelpunkt der bisher größten IFA aller Zeiten stehen die 3D-Technologie, Fernseher mit Internet-Anschluss ( Smart TVs
), die Vernetzung unterschiedlicher Geräte, neue Smartphones sowie flache Tablet-Computer.
Dritte Dimension
Als echte Publikumsmagneten erweisen sich die 3D-Geräte. Schon im Vorjahr hofften die Anbieter auf reißenden Absatz. Diese Wünsche gingen jedoch nicht ganz auf. Die Gründe: Die für 3D-Fernsehen notwenige Spezialbrille stieß bei den Konsumenten abseits des Kinosaales auf wenig Gegenliebe. Vor allem deshalb, weil jeder Hersteller auf eine eigene Technologie setzte. Doch rechtzeitig vor der IFA einigten sich die großen Hersteller auf einen einheitlichen Standard bei 3D-Brillen
. Weiters setzen die Anbieter in diesem Jahr einen neuen Impuls: So kommen nun immer mehr Geräte in den Handel, die dreidimensionale Inhalte auch ohne Spezialbrille darstellen können.
3D ohne Brille
Den Anfang machten in diesem Jahr die kleinen Geräte. So wie Nintendos Spielekonsole 3DS
, oder die beiden Smartphones LG Optimus 3D
oder das HTC Evo 3D
. Doch nun folgen die großen 3D-Displays. So stellt LG beispielsweise zwei Monitore
(D2000N und D2500N) in den Größen von 20 und 25 Zoll vor, die dank Eye-Tracking Technologie 3D-Bilder ohne Brille auch aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen. Bei dieser Technik verfolgt eine Kamera die Augenbewegungen des Nutzers, wodurch die Bilder laufend an den Betrachter angepasst werden können. Die Display verfügen deshalb über eine integrierte Kamera inklusive Sensor, der die Bewegungen des Users in Echtzeit aufnimmt. Nur so kann der aktuelle Blickwinkel errechnet, und das 3D-Bild entsprechend dargestellt werden.
Eine ähnliche Technologie nutzt Toshiba bei seinem 3D-Notebook Qosmio F750 . Auch hier können stereoskopische Spiele oder Filme ohne Brille betrachtet werden. Asus zeigt mit dem Eee Pad Memo 3D einen Tablet-Computer, der dreidimensionale Inhalte ohne jegliches Hilfsmittel darstellt.
Erste Fernseher kommen
Ein echter Publikumsmagnet ist jedoch ein neuer, 55 Zoll großer 3D-Fernseher von Toshiba. Beim 55ZL2G
setzt der Hersteller ebenfalls auf eine neue Strategie, bei der die Brille durch Linsen ersetzt wird, die direkt am Display angebracht sind. Damit aber nicht genug, will es Toshiba gleich mehreren Personen ermöglichen, brillenlos an ein und demselben Fernsehschirm dreidimensional fernzusehen. Dafür sollen die 3D-Bilder aus acht Perspektiven in vierfacher HD-Auflösung angezeigt werden. Auch das herkömmliche Fernsehen in 2D sollen die Geräte weiter unterstützen. An den Start gehen die 3D-fähigen Fernsehapparate ab Dezember 2011 rechtzeitig zum einsetzenden Weihnachtsgeschäft. Billig ist das Ganze freilich nicht. So liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 7.999 Euro. Wenn sich die Technologie durchsetzt dürften die Preise jedoch rasch fallen. Andere Hersteller wie LG, Sharp oder Philips zeigen auf der IFA ähnliche Geräte.
Bei den herkömmlichen 3D-TVs mit Brille gibt es ebenfalls große Fortschritte. Das ist gleich in zweierlei Hinsicht positiv. Einerseits wird die Technologie immer ausgereifter, andererseits werden die aktuellen Geräte immer billiger und dürfen in den nächsten Jahren zum Standard werden.
Kopfkino
Ein weiterer Hingucker ist Sonys 3D-Kopfkino
. Dieses besteht eigentlich nur aus einer Brille, lässt den Nutzer jedoch glauben, vor einer 20 Meter großen 3D-Leinwand zu sitzen. Das Gerät kommt bereits im Oktober für 799 Euro in den Handel und eignet sich auch zum Computerspielen.
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