04. September 2011 08:09
Es tut sich was im Markt für Flachbildfernseher. Große technische Revolutionen bleiben auf der diesjährigen IFA in Berlin zwar weitgehend aus, doch es gibt zahlreiche Entwicklungen zu sehen, die das Fernsehen der nächsten Generation einläuten sollen. Eine der größten Herausforderungen für die Gerätehersteller besteht derzeit darin, die richtigen Partner zu finden, um zusätzliche Inhalte auf die Flimmerkiste zu bringen.
Internetfähige Fernseher nehmen Fahrt auf
Nach einem anfänglichen Begriffs-Wirrwar haben sich zumindest die Elektronikhersteller, wie berichtet, auf den Namen Smart-TV
geeinigt. Bis heute sind nach Angaben der Deutschen TV-Plattform bereits vier Millionen internetfähige Fernsehgeräte in Deutschland verkauft worden. "Der Trend zu Internetfähigen Endgeräten ist unaufhaltsam", sagte Jürgen Sewczyk, Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform, am Freitag in Berlin.
Apps und Widgets erobern die Fernseher
Alle großen Hersteller haben inzwischen zusätzliche Internet-Inhalte über Widgets oder - wie beim Smartphone - über Apps in ihre aktuellen TV-Modelle integriert. Dienste wie YouTube, Video-on-demand-Angebote, direkter Zugriff auf die Tagesschau-App oder auf eine Auswahl von Spielen gehören bei den Topmodellen zum Standard. Noch geht dabei jeder Hersteller seine eigenen Wege. In Zukunft könnte sich das ändern. Philips hat zusammen mit Sharp, Loewe und LG eine Allianz geschlossen, um die Programmierung neuer Inhalte für Internet-fähige Fernseher zu vereinheitlichen.
HbbTV wird auch zum Standard
Inzwischen habe auch nahezu jeder Hersteller den neuen Standard HbbTV
in seine Geräte integriert. Mit dem System sollen künftig Fernsehprogramm und Inhalte aus dem Netz eng verzahnt auf dem Fernseher abrufbar sein. Noch ist der Begriff HbbTV zwar 86 Prozent der Verbraucher unbekannt, wie die gfu ermittelt hat. Zum Auftakt der IFA gibt aber zum Beispiel der NDR Gas. Die TV-Mediathek des NDR kann künftig auch auf dem Fernseher als Zusatzangebot abgerufen werden.
Noch wird allerdings kräftig an der Bereitstellung neuer Inhalte gearbeitet. Die Deutsche TV-Plattform hat dafür einen "StyleGuide" erarbeitet, um die Angebote der verschiedenen Sender und ihre unterschiedlichen Bedienkonzepte anzugleichen und die Verbraucher nicht zu verwirren. Zudem sollen in Arbeitskreisen die zum Teil stark auseinandergehenden Vorstellungen von Inhalten-Anbietern und Elektronikherstellern auf einen Nenner gebracht werden.
Geräte werden sparsamer
Weiters hat sich bei den aktuellen Modellen der Flachbildfernseher auch in Sachen Energieeffizienz einiges getan. Viele große Hersteller waren von dem Erdbeben und Tsunami in Japan mittelbar oder unmittelbar betroffen. "Viele Dinge haben sich seit Fukushima verändert", sagte Abadie. Panasonic legte auf der IFA in Berlin einen seiner Schwerpunkte auf die Vorstellung neuer Energiekonzepte weit über die Unterhaltungselektronik hinaus.
Inzwischen verbrauchten moderne Displays trotz deutlich verbesserter Leistung nur noch 40 Prozent der Energie im Vergleich zu älteren Geräten, sagte Charles Park, Manager von Samsung Electronics. Einen zusätzlichen Anreiz dürfte das überarbeitete EU-Energie-Label schaffen, das ab November erstmals auch für Flachbildfernseher Pflicht wird.