02. September 2011 10:02
Die Internationale Funkausstellung (IFA) startet heute, Freitag, in Berlin (endet am 7. September). Im Vorjahr stand sie ganz im Zeichen des dreidimensionalen Fernsehens. Die Hoffnungen der Anbieter auf reißenden Absatz gingen jedoch nicht auf. Der Grund: Die für 3D-Fernsehen notwendige Spezialbrille
stieß bei den Konsumenten abseits des Kinosaales auf wenig Gegenliebe. Auf der heurigen IFA setzen die Hersteller einen neuen Impuls: Das japanische Unternehmen Toshiba präsentierte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz beispielsweise 3D-Fernseher und -Notebooks ganz ohne Brille.

3D-Fernseher ohne Brille
3D-TV basiert auf einem simplen Trick: Wie im wirklichen Leben sehen das linke und das rechte Auge ein jeweils anderes, weil räumlich versetztes Bild. Die Technik hat bisher jedoch daran gekrankt, dass der 3D-Effekt nur mit Brille zu haben war. Bei seinem neuen Fernsehmodell 55ZL2G setzt Toshiba aber auf eine neue Strategie: "Die Brille wird durch Linsen ersetzt, die direkt am Display angebracht sind", erläuterte Sascha Lange, Marketing Direktor von Toshiba Europe, die Technik hinter dem neuen 3D-Fernsehen.
Damit aber nicht genug, will es Toshiba gleich mehreren Personen ermöglichen, brillenlos an ein und demselben Fernsehschirm dreidimensional fernzusehen. Dafür sollen die 3D-Bilder aus acht Perspektiven in vierfacher HD-Auflösung angezeigt werden. Auch das herkömmliche Fernsehen in 2D sollen die Geräte weiter unterstützen. An den Start gehen die 3D-fähigen Fernsehapparate ab Dezember 2011 rechtzeitig zum einsetzenden Weihnachtsgeschäft. Billig ist das Ganze freilich nicht. So liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 7.999 Euro. Dafür stimmt aber auch die restliche Ausstattung:
Spezifikationen
• Quad Full HD 16:9 LCD Panel, 3.840 x 2.160 Pixel, LED-Hintergrundbeleuchtung
• 9 Perspektiven für 3D ohne Brille
• Face-Tracking für die Adaption der 9 Perspektiven an die Sitzpositionen
• Auto Calibration
• 3D Resolution+
• PERSONAL-TV mit Profilen für bis zu vier Anwender
• Smart-TV, integrierte WLAN-Schnittstelle, Kompatibilität mit Windows 7, USB-Aufnahme auf externe HDD
• Tuner für DVB-T, DVB-T2, DVB-C, und DVB-S/S2
Smart TV
Gleichzeitig will Toshiba mit seinen Fernsehgeräten auch auf den Smart-Kurs aufspringen. Damit soll Fernsehen künftig dank Internet individualisiert werden. Möglich machen sollen es Profile, welche die Kunden, je nach Geschmack und zeitlichen Präferenzen, individuell anlegen können. Inhalte will die Firma dabei über die Online-Plattform "Toshiba Places" anbieten.

3D-Notebook ohne Brille
Das 15,6-Zoll-Notebook Qosmio F750-10L kann nicht nur echte 3D-Inhalte darstellen, sondern bietet auch die Möglichkeit 2D-Inhalte auf 3D hochzurechnen. Auch bei der restlichen Ausstattung heißt es "klotzen statt kleckern". So kommt als Prozessor der leistungsstarke Quad-Core-Chip Intel Core i7-2630QM mit einer Taktfrequenz von 2,0 GHz pro Kern zum Einsatz. Darüber hinaus überzeugen auch der 8 GB DDR3-Arbeitsspeicher und die Grafikkarte Geforce GT 540M mit 2 GB DDR5-Grafikspeicher von Nvidia. Im 2D-Modus löst das Display in FullHD auf, bei dreidimensionalen Inhalten sinkt die Auflösung auf 1.366 x 768 Pixel, was sich aufgrund der relativ kleinen Display-Größe aber nicht negativ bemerkbar machen dürfte. Damit die passenden 3D-Filme abgespielt werden können, ist natürlich ein Blu-ray-Laufwerk mit dabei. Ein weiteres Highlight stellt die Hybrid-Festplatte mit 500 GB Speicherplatz und einen 4 GB großen SSD-Cache dar.
Zum Fernsehen ist ein Kombi-Tuner mit an Bord, der neben dem DVB-T- auch den DVB-C-Standard unterstützt. Weitere Features wie WLAN (n-Standard), Gigabit-LAN,, Bluetooth 3.0, HDMI-Schnittstelle, USB 2.0 (3x), USB 3.0 (1x) und eine Webcam müssen in diesem Segment nicht mehr extra erwähnt werden.

Tablet-Computer
Weiters zeigt Toshiba mit dem AT100
einen neuen Tablet-Computer. Bedient wird das Gerät über einen 10 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 × 800 Pixel. Highlight des Displays soll soll die "adaptive Technologie" sein, die den Kontrast automatisch an die Lichtsituation anpasst. Als Basis kommt die Tegra 2-Plattform von Nvidia zum Einsatz. Diese bietet einen Dual-Core ARM-Prozessor und einen schnellen Grafikchip. Dank USB-Port und HDMI-Schnittstelle zeigt sich das Tablet auch ziemlich anschlussfreudig. Weitere Infos zur Technik werden erst auf der IFA verraten.
Android
Als Betriebssystem kommt Android 3.x " Honeycomb" zum Einsatz. Dabei gibt es noch widersprüchliche Aussagen. Einige Quellen behaupten, dass das Gerät mit Android 3.1 läuft, andere sagen, dass es von Anfang an mit der neuesten Version 3.2 startet.