Endlich: Smartphones für unter 100 Euro

Günstige Alleskönner

© HTC

Endlich: Smartphones für unter 100 Euro

Smartphones werden endlich günstiger. Die Mobilfunk-Branche hofft, mit Einsteiger-Modellen der High-Tech-Handys neue Zielgruppen für ihre Datendienste zu erschließen.

Billig-Smartphone um unter 100 Euro
So stellte der taiwanesische Hersteller HTC auf dem Mobile World Congress in Barcelona am Mittwochnachmittag ein kleineres Smartphone - den "HTC Smart" (Bild oben) - vor, das bereits ab April voraussichtlich für rund 150 Euro ohne Vertrag angeboten werden soll. Am Vortag trumpfte das Unternehmen noch mit drei High-End-Geräten auf. Damit sollten vor allem Nutzer angesprochen werden, denen ein herkömmliches Smartphone zu komplex sei, sagte HTC-Chef Peter Chou. Der HTC Smart nutzt mit Qualcomms Brew Mobile Platform (Brew MP) ein weit verbreitetes Betriebssystem, das es HTC ermöglicht, seine eigene Bedienoberfläche "Sense" zu einem erschwinglichen Preis auf Smartphones zu bringen. Auch die weltweiten Softwareentwickler können von dem Projekt profitieren. Sie sollen neue, für den Massenmarkt geeignete Anwendungen und Services entwickeln. Von Beginn an können User ihren HTC Smart durch zahlreiche Widgets für den Schnellzugriff auf Kontakte, Fotos, Musik, Wetter und mehr individuell anpassen. Mit der neuen Anwendung "Friend Stream" werden alle Statusinformationen und Updates aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Flickr nahtlos aggregiert, um jederzeit mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Auch das Puma Phone dürfte preislich sehr attraktiv positioniert werden. Und der Symbian-Chef Lee Williams ließ im Rahmen einer Pressekonferenz verlautbaren, dass noch im Jahr 2010 Symbian-basierte Smartphones für unter 100 Euro auf den Markt kommen werden. Derzeit setzt vor allem Handy-Riese Nokia auf die Symbian-Plattform, wodurch das OS weltweit am weitesten verbreitet ist.

Internet, Kamera, MP3-Player - trotz der Kampfpreise müssen kaum Abstriche gemacht werden. Natürlich lösen die integrierten Kameras niedriger auf und der Touchscreen ist meistens auch etwas kleiner. Trotzdem bleiben auch die günstigen Geräte echte Alleskönner. Auch beim Design (siehe HTC Smart) halten die Modelle mit den teureren Smartphones mit.

Durchklicken: Die neuesten Smartphones des MWC

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Billige Chips für günstige Smartphones
Der Chiphersteller Infineon hatte zuvor in Barcelona einen neuen, günstigeren Chipsatz für das Handy-Betriebssystem Android angekündigt, mit dem der Preis für Smartphones auf weniger als 150 Dollar sinken könnte. Derzeit kosten die Geräte häufig noch mehr als das Doppelte. Smartphones hatten 2009 einen Anteil von rund 15 Prozent am gesamten Handy-Markt, bereits in diesem Jahr dürfte jedes vierte verkaufte Mobiltelefon ein Smartphone sein. Die Mobilfunk-Branche sucht nach neuen Geschäftsmodellen, um Geld mit dem Boom mobiler Datendienste zu verdienen. Zugleich wollen Handy-Hersteller, Software-Entwickler und Inhalte-Anbieter Teile der Umsätze haben.

Werbung soll Geschäft zusätzlich ankurbeln
Einer der Hoffnungsträger der Branche ist Werbung auf mobilen Geräten, die auch an den Aufenthaltsort der Nutzer angepasst werden kann. Der zum weltgrößten Handy-Hersteller Nokia gehörende Anbieter digitaler Karten Navteq sagt sogar eine Revolution der Werbung durch mobile Navigation voraus. Die Mischung aus Werbung und der vom Handy oder Navigationsgerät ausgesandten Standortinformation sei eine schlagkräftige Kombination, sagte Navteq-Manager Christopher Rothey der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Für die Handy-Nutzer werde Werbung damit zu einer nützlichen Dienstleistung.

Google hat Trend erkannt
Wie berichtet wird auch der Suchmaschinengigant Google seine Dienste künftig immer häufiger zuerst für Mobilfunkgeräte - und dann erst für Personal Computer entwickeln. Google-Chef Eric Schmidt begründete diese Strategie in Barcelona mit dem großen Volumen des Mobilfunkmarktes. Täglich würden allein 60.000 Geräte mit dem von Google geförderten Handybetriebssystem Android ausgeliefert. Der Konzernchef trat Befürchtungen entgegen, Google dränge sich immer mehr in die Wertschöpfungsketten der Mobilfunkprovider und Telekommunikationsunternehmen. So sei das kürzlich angekündigte Projekt von Google zur Erprobung von Hochgeschwindigkeitsnetzen für private Haushalte ein "Feldversuch", mit dem man bestimmte Geschwindigkeitsgrenzen durchbrechen möchte. "Google wird nicht in das Geschäft mit Telekommunikations-Infrastruktur einsteigen."

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