3D-Drucker für Private immer besser

Fortschritte

3D-Drucker für Private immer besser

Von Pistolen bis Raketentriebwerk - auch wenn mit dem 3D-Druck derzeit alles möglich erscheint, sieht Wojciech Matusik vom Department of Electrical Engineering and Computer Science des Massachusetts Institute of Technology (MIT) "an vielen Fronten Grenzen. Aufgabe von uns Forschern und Technikern ist nun, sie so weit wie möglich auszudehnen", sagte Matusik am Mittwoch in Wien gegenüber der APA.

Mängel bei Geschwindigkeit und Komplexität
Der 3D-Druck-Experte nahm an der von der Außenwirtschaft Austria organisierten, heute, Mittwoch, gestarteten zweitägigen "MIT Europe Conference 2015" in Wien teil. Österreichische Unternehmer und Wissenschafter haben dabei die Gelegenheit, mit MIT-Forschern in Kontakt zu treten. Matusik spricht dabei über die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von 3D-Druckern. Für ihn gibt es im Vergleich zum 3D-Druck viel schnellere Technologien, auch die Komplexität der mit 3D-Druck herstellbaren Dinge sei beschränkt und man könne beispielsweise nicht mit Holz
drucken.

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Geräte für Privatgebrauch immer besser
Die Unterschiede zwischen professionellen 3D-Druckern und solche für den Hausgebrauch verschwimmen nach Ansicht des Experten immer mehr. Als privater Nutzer könne man sich außerdem nicht nur einen recht einfachen 3D-Drucker für zuhause zulegen, sondern auch Druck-Services nutzen. "Dies wird immer populärer. Man kann dabei Gegenständer mit der passenden Software am Heimcomputer designen und dann die Vorlagen an einen 3D-Printshop schicken. Die Sachen werden dort gedruckt und meist innerhalb weniger Tage geliefert", sagte Matusik.

Es gebe mittlerweile eine große Kollektion von bereits designten Teilen und man müsse auf diversen Internetseiten nur mehr anklicken, was man gedruckt und geliefert haben will. Das sei die einfachste Art, an einen 3D-gedruckten Gegenstand zu kommen. Diese ließen sich oft auch individualisieren, um zum Beispiel die Größe eines Ringes an den eigenen Finger anzupassen. "Die nächste Stufe ist, verschiedene Vorlagen zu komplizierteren Konstrukten zu kombinieren", sagte der Experte.

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Fertigung von Prototypen als Kernfunktion
Die reine Kopie funktioniere aber nur bei sehr einfachen Gegenständen oder Teilen. Matusik: "Wenn man zum Beispiel einen Computer scannt und 3D-druckt, hat man gerade einmal seine Außenform reproduziert." Die Kernanwendung sieht Matusik derzeit in der raschen Produktion von Prototypen. Es würden aber auch immer mehr Endprodukte mittels 3D-Druck hergestellt und man versuche, die Geschwindigkeit der Herstellung zu erhöhen. Für mögliche Massenproduktionen gebe es derzeit große Fortschritte.

Verschiedene Entwickler-Gruppen würden auch daran arbeiten, die für 3D-Druck geeigneten Materialien stärker und haltbarer zu machen. Es sei auch sehr schwierig, verschiedene Materialien zu kombinieren. Derzeit könne man zum Beispiel kaum Teile herstellen, die aus Plastik und Metall bestehen.

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Nicht ungefährlich
Bei der Sicherheit von 3D-Druckern sieht Matusik "einige Probleme und Einschränkungen". So würden für den Metalldruck sehr starke Laser benötigt, um die Metalle zu sintern. Das könne man sogar an vielen Universitäten aus Sicherheitsgründen nicht machen, und es geschehe daher vor allem in spezialisierten Labors. Bei den Kunststoffen werden von vielen Maschinen sogenannte "lichtaushärtende Polymere" verwendet. Die dafür verwendeten Monomere seien sehr reaktiv, "so ein Monomer-Bad möchte ich nicht zuhause auf dem Teppich ausgeschüttet haben".

Die Herstellung gefährlicher Gegenstände sieht Matusik dagegen nicht als Problem. "Ich glaube nicht, dass man mit 3D-Druckern etwas machen kann, das man nicht auch mit anderen Techniken schon in der Garagenwerkstatt herstellen kann. Auch mit einer CNC-Maschine könnte man gefährliche Sachen produzieren. Und es gibt sicher einfachere Möglichkeiten, an eine Waffe zu kommen, als mit 3D-Druckern."

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