Profactor baut Kinect zu Roboter-Augen um

Innovation aus OÖ

© Microsoft

Profactor baut Kinect zu Roboter-Augen um

Was als privates Herumexperimentieren mit einer Spielekonsole begonnen hat, endete als Hightech-Projekt der oberösterreichischen Ideenschmiede "Profactor" mit Sitz in Steyr: Die 3D-Objekterkennung der "Kinect"-Kamera einer handelsüblichen Xbox 360 wurde weiterentwickelt, um den Einsatz von Robotern künftig einfacher, genauer und sicherer zu machen. Das Unternehmen, das sich zu rund 80 Prozent selbst finanziert, präsentierte in einer Pressekonferenz in Linz neue Entwicklungen und Strategien für die kommenden Jahre.

Schwerpunkte
Oberste Prämisse seien Ressourceneffizienz und ökologische, ökonomische sowie soziale Nachhaltigkeit, umriss die kaufmännische Geschäftsführerin Andreas Möslinger die Ausrichtung des Unternehmens, das seit seiner Gründung 1995 mehr als 1.240 Forschungs- und Industrieprojekte abgewickelt hat. Besonders aktiv ist Profactor in der Assistenz-Robotik, die dem Menschen einen "kostengünstigen
Kollegen" zur Seite stellt.

Echtzeiterkennung von großer Bedeutung
Aus Sicherheitsgründen sollte ein Roboter über Echtzeiterkennung verfügen. Daran arbeitet Profactor im Rahmen des Projekts "ReconstructMe". Softwareexperten zogen den Algorithmus der "Kinect"-Kamera, die mit Gesten-Erkennung arbeitet, heran, um die Umgebung der Maschine dreidimensional zu modellieren. Sie erhält dadurch einen Sehsinn, der ihr ermöglicht, Prozesse zu erlernen, aber auch sofort zu reagieren, wenn beispielsweise jemand ihren Arbeitsbereich betritt.

Seit zwei Jahren arbeitet die Ideenschmiede mit zehn Partnern an dem internationalen Projekt "Locobot" (Low Cost Robot Co-Workers). Dabei soll dem menschlichen Arbeiter ein "kostengünstiger Kollege" als Assistent zur Seite gestellt werden, der lernfähig und für seine Umwelt ungefährlich ist. Zudem wird daran gefeilt, die Systeme leicht adaptierbar zu machen, denn für kleine Unternehmen sei eine teure Umrüstung ein wesentlicher Hemmschuh in der Automatisierung, so der technische Geschäftsführer Andreas Pichler. "Es wird in Zukunft einen anderen Fabriksarbeiter geben, aber keine Fabrik ohne Menschen", prophezeit er.

Umweltaspekt
Besonderes Augenmerk widmet Profactor auch der CO2-Verwertung, beispielsweise in Form der Umwandlung in Butanol. Hier befinde man sich derzeit "in ersten Umsetzungsprojekten der industriellen Grundlagenforschung", so Möslinger. Das vom Land Oberösterreich geförderte Projekt "Reg-Store", das sich mit der Speicherung von Energie beschäftigt, soll die Abdeckung des Bedarfs durch erneuerbare Produktionsformen - etwa Wind oder Solar - vorantreiben.

3D-Bildverarbeitungssystem
Profactor entwickelte das 3D-Bildverarbeitungssystem "PlugInspect", mit dem im BMW-Werk in Steyr Steckverbindungen von Motoren kontrolliert und so teure Rückholaktionen verhindert werden. Mit "SelTec" werden CFK-Bauteile (Karbon-faserverstärkter Kunststoff) einer Qualitätskontrolle unterzogen. Damit kann man die Kosten für die Produktion von CFK-Teilen laut Profactor um 50 Prozent senken. Die so forcierte Verwendung des Leichtbau-Materials in der Automobil-und Luftfahrtindustrie soll wiederum Emissionen verringern.

2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 7,7 Mio. Euro, 2010 waren es 8,2 Mio. Euro. Die Eigenfinanzierung wurde hingegen von 72 auf 82 Prozent gesteigert und soll 2012 im 80-Prozent-Bereich bleiben. Der Mitarbeiterstand blieb mit 87 nahezu unverändert. Derzeit arbeitet Profactor an rund 100 Projekten.

Technik Trends

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Near Field Communication 10/10

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  Diashow

2012 kommen die ersten Smartphones mit superschnellen Quad-Core-Prozessoren mit einer Taktrate von bis zu 1,5 GHz in den Handel. Die Displays werden noch schärfer und bessere Akkus versprechen eine längere Laufzeit. Highlights sind das iPhone 5, das HTC One X, das LG 4X HD sowie das Galaxy S3 (im Bild).

Bei den boomenden Tablet-Computern sieht die Lage nicht viel anders aus. Auch hier kommen 2012 Geräte mit noch schnelleren Prozessoren und verbesserten Displays auf den Markt. Außerdem werden die Touch-Computer dank einer stärkeren Vernetzung (siehe weiter unten) noch vielseitiger.

2012 trumpft die Nintendo dann mit der völlig neuen Wii U auf. Sie soll der PS3 und der Xbox 360 Kunden abjagen. Sony bringt am 12. Februar seine mobile Highend-Konsole Playstation Vita auf den Markt. Sie kann zwar keine dreidimensionalen Inhalte darstellen, liefert dafür aber eine bahnbrechende Grafik und eine völlig neue Steuerung.

Bei den Betriebssystemen steht 2012 ganz im Zeichen von Microsoft. Denn im kommenden Jahr bringt der Software-Riese Windows 8 auf den Markt. Der Windows 7-Nachfolger wurde komplett neu entwickelt und ist auch für den Einsatz auf Tablet-Computern vorbereitet.

Hier wird sich in diesem Jahr der 3D-Standard durchsetzen. Neue Geräte werden diese Technik von Haus aus integriert haben. Die Kunden können dann selbst entscheiden, ob sie sie verwenden wollen, oder eben nicht.

Die sogenannten Smart-TVs ermöglichen es den Nutzern über Apps oder spezielle Browser direkt im Internet zu surfen. Da die Techniken immer weiter verbreitet werden, dürften auch die Preise noch einmal deutlich fallen. Vor allem aktuelle 3D- und Smart-TVs dürften deutlich billiger werden.

Bei den mobilen Rechnern heißt die Devise "dünn, leicht, schnell und stark". All diese Ansprüche erfüllen die neuen Ultrabooks problemlos. Sie setzen auf SSD-Festplatten, schnelle Chips, gute Grafik und eine lange Laufleistung.

Nicht weniger als eine Revolution der Fotografie hat das amerikanische Start-Up Lytro im Sinn, das seine Kameras im Frühjahr auf den Markt bringen will. Dank ausgefeilter Linsen-Technik soll man erst knipsen und dann auf bestimmte Bereiche scharfstellen können. Polaroid legte unterdessen die klassische Sofortbildkamera als digitale Version neu auf.

Darüber hinaus wird das Jahr 2012 auch im Zeichen der Vernetzung stehen. Heimnetzwerke dürften dank vereinfachter Technik, günstigeren Preisen und einer größeren Auswahl an Geräten den Durchbruch schaffen.

Schon 2011 brachten sich die Anbieter mobiler Bezahlsysteme in Position - 2012 soll der Vorstoß in den Alltag kommen. Als wichtigste Voraussetzung gilt, dass mehr Smartphones einen Chip für die Funktechnik NFC (Near Field Communication) bekommen, mit der die meisten Bezahlsysteme der rivalisierenden Dienstleister laufen.

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