Googles Chromecast 2 im Test

Neuer Streaming-Stick

Googles Chromecast 2 im Test

Google hat im Rahmen seiner großen Herbstkeynote gleich mehrere neue Hardware-Produkte präsentiert. Neben den beiden Nexus-Flaggschiffen stand dabei vor allem die Neuauflage des Chromecast im Mittelpunkt des Interesses der Android-Community. Wir konnten den Chromecast 2 in den letzten sieben Tagen ausgiebig testen. Wie er sich dabei geschlagen hat, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Nicht wiederzuerkennen
Optisch unterscheidet sich der Chromecast 2 massiv von seinem Vorgänger. Während die erste Version noch wie ein herkömmlicher HDMI-Stick aussah, setzt der Chromecast 2 auf ein rundliches Design. Zudem ist der HDMI-Anschluss nun in einem flexiblen Kabel untergebracht. So kann er auch an schwer zugänglichen HDMI-Slots am Fernseher angeschlossen werden. Da der Stecker und der Chromecast 2 magnetisch sind, hängt der Dongle auch nicht lieblos runter, sondern kann sich einen „fixen“ Platz an der Rückseite des TV-Geräts suchen. Darüber hinaus wirkt das Gerät nun auch deutlich hochwertiger und ist besser verarbeitet. Da der Chromecast 2 auch in drei Farben (gelb, schwarz und rot) erhältlich ist, kommen auch jene Interessenten auf ihre Kosten, die es gerne etwas bunter mögen.

chromecast_2_test.jpg © oe24.at/digital
Die Rückseite ist magnetisch und das Kabel flexibel.

Einfache Handhabung
Die Installation geht ähnlich einfach von der Hand, wie beim Vorgänger. Zunächst muss man den Dongle mit dem Fernseher verbinden und an eine Stromquelle anschließen. Kabel und Netzteil sind im Lieferumfang enthalten. Danach wird das TV-Gerät eingeschaltet und auf den passenden HDMI-Kanal gewechselt. Dort ist dann bereits das Menü zu sehen. Nun muss man den Chromecast 2 in das heimische WLAN integrieren. Das kann man entweder per Smartphone bzw. Tablet über die Chromecast-App (für Android und iOS), oder über den PC per Chrome-Browser mit entsprechender Chromecast-Erweiterung erledigen. Ist das gemacht, erscheint am Display das entsprechende Chromecast-Symbol.

>>>Nachlesen: Nexus 5X, Nexus 6P & Pixel C sind da

Nun können die Inhalte direkt vom jeweiligen Gerät (Smartphone, Tablet oder Rechner) auf den Fernseher gestreamt werden. Die Bedienung erfolgt ebenfalls über das verwendete Gerät. Mit unterstützten Apps wie YouTube, Netflix, diversen TV-Theken (ORF oder ZDF) oder Spotify funktioniert das natürlich besonders einfach. Man startet beispielsweise einfach ein YouTube-Video und schon wird es am Fernseher wiedergegeben. Natürlich kann man sich auch Fotos oder eigene Videos ansehen. Bei Android-Geräten kann zudem der komplette Bildschirm am TV-Gerät gespiegelt werden. Gleiches gilt auch für den Chrome-Browser. So kann man am großen Fernseher im Internet surfen.

chromecast_2_test1.jpg © oe24.at/digital
Das Netzteil für die Stromversorgung ist im Lieferumfang enthalten.

Auch mit iOS und Windows kompatibel
Wir haben den Chromecast 2 mit einem Android-Smartphone (Nexus 5 mit Android 6.0), mit dem iPhone 6s, einem iPad Air und einem Sony-Laptop mit Windows 10 ausprobiert. Googles HDMI-Dongle hat mit allen vier Geräten problemlos funktioniert. Amazon wird übrigens nicht unterstützt. Im Google PlayStore sind alle kompatiblen Chromecast-Apps übersichtlich dargestellt. Da auch zahlreiche Spiele unterstützt werden, kann man mit dem HDMI-Dongle sogar Games streamen. Dabei wird das Smartphone oder das Tablet zum Controller. Bei manchen Games kann man sogar Multiplayer-Fights mit zwei Smartphones auf dem Fernseher austragen. Die neue Chromecast-App ist deutlich übersichtlicher gestaltet. Hier ist vor allem die „What´s on“-Funktion hervorzuheben, die anzeigt, welche Inhalte (Filme oder Serien) derzeit angesagt sind. Und zwar auf allen Plattformen (YouTube, Netflix, Google Play, etc.). Darüber hinaus können die User natürlich auch gezielt nach Inhalten suchen.

chromecast_2_test_apps.jpg © oe24.at/digital
Die Chromecast-App ist übersichtlich aufgebaut und intuitiv bedienbar.

Performance
Google hat beim Chromecast 2 auch bei der Performance ordentlich nachgelegt. Und das macht sich auch unmittelbar bemerkbar. Der Autor dieses Testberichts hatte zwei Jahre lang den ersten Chromecast im Betrieb und kann die Unterschiede deshalb ziemlich gut beurteilen. So unterstützt der WLAN-Chip jetzt auch den schnellen "ac"-Standard. Zudem funkt er auf den Frequenzen 2,4 und 5 GHz. Da nun auch mehrere WLAN-Antennen im Gehäuse stecken, sucht der runde Dongle automatisch die beste verfügbare Verbindung. Weiters bietet der neue Prozessor eine deutlich bessere Performance. Auch das neue "Fast Play" Feature macht sich bezahlt. Dank ihm werden die Ladezeiten von Filmen oder Serien (z.B. von Netflix) deutlich verkürzt. Die Funktion lädt die Inhalte nämlich im Hintergrund schon vorab (bis zu 80 Prozent) vor. Während es beim ersten Chromecast noch häufig zu Rucklern oder Zeitverzögerungen von mehreren Sekunden gab, ist das beim Chromecast 2 nicht mehr der Fall.

>>>Nachlesen: So gut ist Android 6.0 "Marshmallow"

Fazit
Google hat den Chromecast in der zweiten Generation ordentlich aufgerüstet. Das war aber auch nötig, da die Technik des Chromecast 1 mittlerweile doch etwas veraltet war. Doch nun kann der HDMI-Dongle mit der Konkurrenz wieder mithalten. Aufgrund der umfangreichen Kompatibilität (iOS, Android und Chrome-Browser) müssen die Nutzer kaum Abstriche in Kauf nehmen. Beliebte Dienste wie YouTube, Spotify oder Netflix werden direkt unterstützt. Zudem kann das Display von Android-Geräten und Rechnern mit Chrome-Browser direkt am Fernseher gespiegelt werden. Die verbesserte Performance ermöglicht eine direkte Übertragung von Smartphone- oder Tablet-Spielen und sorgt für kürzere Ladezeiten bei Filmen und Serien. Die Verwendung von mehreren WLAN-Antennen und die Unterstützung von WLAN ac macht sich ebenfalls positiv bemerkbar. Kritikpunkte gibt es für die ziemlich starke Wärmeentwicklung – der Chromecast 2 wird im Betrieb sehr warm – und dafür, dass das Gerät nun über ein Netzteil mit Strom versorgt werden muss. Beim Vorgänger war das alternativ auch über eine freie USB-Buchse am TV-Gerät möglich. Im Test lieferte diese für den Chromecast 2 jedoch zu wenig Energie. Wer also keine freie Steckdose hat, muss sich eine Verteilerleiste besorgen. Da der Chromecast 2 aber nur 39 Euro kostet, sind diese Kleinigkeiten leicht zu verschmerzen. Insgesamt lieferte Googles neuer HDMI-Streaming-Dongle eine souveräne Vorstellung ab.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 8

Top Gelesen 1 / 5

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum  
Es gibt neue Nachrichten