26. November 2009 12:56
Moderate Alkoholtrinker haben eine höhere Lebenserwartung als strenge
Abstinenzler. Das ergeben Dutzende von Studien über den Zusammenhang von
Alkoholkonsum und tödlich verlaufenden Herzerkrankungen, wie die GSAAM e.V.
(Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin) auf ihrer
Homepage berichtet. Auch die Gesamtsterblichkeit unter Einschluss aller
Todesarten, inklusive Krebs, ist deutlich erniedrigt. Damit korrigieren die
"Experten für Gesundes Altern" die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie
hatte im Ernährungsbericht 2008 behauptet: Alkohol hat das größte
krebsfördernde Potenzial, und deshalb sollte darauf komplett verzichtet
werden. Deshalb erinnert die GSAAM an die Worte von Paracelsus: "Die Dosis
macht das Gift". Wohl bei keiner Substanz gilt das so sehr wie beim Alkohol.
Zweifellos richtig ist: Manifest Alkoholkranke oder Suchtgefährdete sollten
komplett auf Alkohol verzichten. Wer aber nicht zu dieser Gruppe gehört, hat
durch moderaten Alkoholkonsum einen deutlichen gesundheitlichen Nutzen.
Altes Heilmittel
Dies gilt insbesondere für den Weinkonsum. Wein
blickt auf eine 8.000 Jahre alte Geschichte als eines der ältesten
Heilmittel zurück. Mittelalterliche Klöster waren Zentren der Krankenpflege
und der Weinproduktion. Die verheerenden Folgen der Alkoholdestillation
raubten dem Wein dann seine medizinische Bedeutung.
Ein Umdenken leitete das "Französische Paradoxon" ein: In Frankreich ist
trotz fettreicher Ernährung die Rate tödlicher Herzerkrankungen wesentlich
niedriger als in den USA. Besonders Rotwein liefert günstige Effekte. Er
enthält spezielle Phytostoffe aus den Schalen und Kernen. Wichtigste
Substanz ist das Resveratrol.
Bei einem täglichen Alkoholkonsum von rund 30 bis 50 Gramm - das entspricht
etwa zwei Gläsern Wein - liegt das Risiko für tödlich verlaufende
Herzerkrankungen gegenüber den Abstinenzlern um etwa 50 Prozent niedriger.
Wein-Polyphenole verbessern die Durchblutung, bekämpfen aggressive
Sauerstoffmoleküle, schützen vor der Oxidation des LDL-Cholesterins und vor
chronisch entzündlichen Prozessen, auch im Gehirn. Das verringert nicht nur
das Risiko für Herzinfarkt sondern auch für die Alzheimer Demenz.
Niedrigeres Demenz-Risiko
Die Rotterdamer Alzheimer Studie, mit
rund 8.000 Teilnehmern (die größte prospektive Studie zum Thema Alzheimer)
konnte zeigen, dass 1-3 Gläser Wein das Demenzrisiko um mehr als die Hälfte
reduzierte. Moderater Alkoholkonsum schützt also nicht nur das Herz sondern
auch das Hirn.