10. September 2009 08:37
Eine erhebliche Belastung für das Gesundheitswesen, jahre- bzw.
jahrzehntelanges Leid der Betroffenen. "Die Zahl der Menschen mit
Lungenkrankheiten steigt weltweit ständig an. Das ist sowohl bei Asthma als
auch bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Lungenkrebs der Fall",
warnte der Präsident der Europäischen Lungenstiftung (ELF), der norwegische
Spezialist Kai Hakon Carlsen. In vielen Fällen stünde das Rauchen im
Hintergrund.
ELF (European Lung Foundation) dient der Fachgesellschaft von Europas
Pneumologen (ERS) als Vorfeldorganisation in der Öffentlichkeit. Die ERS
hält kommende Woche (12. bis 16. September) in Wien ihren Jahreskongress mit
rund 20.000 Teilnehmern ab.
Neue Studie
Über mangelnde gesundheitliche bzw.
gesundheitspolitische Bedeutung können sich die Proponenten nicht beklagen.
Carlsen: "Es gibt zum Beispiel eine neue Studie aus Norwegen, wonach wir im
Jahr 1948 bei den Schulbeginnern nur 0,4 Prozent hatten, die an Asthma
litten. Im Jahr 2006 waren es 20 Prozent. Eine wissenschaftliche
Untersuchung in Kanada hat gezeigt, dass die Menschen dort bis zum 80.
Lebensjahr ein etwa 30-prozentiges Risiko für das Entwickeln von Diabetes
oder einer Krebserkrankung haben. Aber auch bei Asthma sind wir bei diesem
Prozentsatz angelangt." Dahinter steckt vor allem die Zunahme an
allergischen Erkrankungen und somit auch an allergischem Asthma.
Rauchen schuld
Bei anderen Lungenerkrankungen wird die Neigung
dazu oft schon im Mutterleib bzw. im Kindesalter verstärkt bzw. angelegt.
Der Experte: "Die Umwelt kann die Funktion von Genen, die für die Lunge
wichtig sind beeinflussen. Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft
geraucht haben, kommen mit kleineren Lungen zur Welt. Das holen sie nie
wieder auf." Eltern sollten niemals in Gegenwart ihrer Kinder rauchen. Das
Rauchen von Jugendlichen programmiere sie auf das Entstehen von chronischen
Lungenerkrankungen im späteren Leben vor.
Früherkennung wichtig
Wichtig wäre bei der COPD die
Früherkennung mittels Spirometrie. Hier gibt auch ein entsprechendes
kostenloses Publikums-Event in den kommenden Tagen in Wien. Die
Organisatoren des Europäischen Lungenkongresses und die österreichischen
Pneumologen (ÖGP) laden in Wien zur Lungenfunktionsmessung in ein
"Spirometrie-Zelt" vor der Oper (Herbert-von-Karajan-Platz) ein. Am Freitag,
dem 11.9. (10.00 bis 19.00 Uhr), und am Samstag, dem 12.9. (10.00 bis
20.00). Langfristig ließen sich die meisten Lungenerkrankungen durch
Vermeiden von Tabakkonsum oder Rauchstopp verhindern, erklärte der
ELF-Präsident. "Und natürlich gehört da auch das Lungenkarzinom hinzu",
sagte er.