20. Juli 2010 12:05
Ein Viertel der Österreicher fühlt sich durch Stress in der Arbeit von
Burn-out bedroht. Das hat eine Umfrage von Marketagent.com ergeben. Der
Zustand emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit wurde von
74,6 Prozent der Befragen als echte Krankheit verstanden. Das beliebteste
Gegenmittel ist durch und durch österreichisch: Die Kaffeepause ist der am
weitesten verbreitete Stresshemmer.
Für 77,8 Prozent nimmt der Job einen hohen bis sehr hohen Stellenwert ein.
84 Prozent haben auch Spaß an der Arbeit. Dennoch fühlt sich jeder vierte
Österreicher von Burn-out bedroht. 66,8 Prozent kennen einen oder mehrere
Betroffene.
Stress in der Arbeit
"Neun von zehn Österreichern stehen in ihrem
beruflichen Alltag zumindest gelegentlich unter Stress, jeder Zweite
arbeitet sogar häufig oder ständig unter Belastung", sagte
Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl. Auslöser seien hohe
Arbeitslast (47 Prozent), Termindruck (50,4 Prozent) und interne
Ungerechtigkeiten (29,7 Prozent). Die Angst vor Jobverlust gaben trotz
Krisenjahr nur 10,6 Prozent als Stressgrund an.
Nur rund jeder Vierte kann nach Verlassen des Büros sofort "abschalten".
Jeder Zweite benötigt eine halbe bis ganze Stunde, jeder Achte sogar noch
länger, um sich gedanklich von der Arbeit zu lösen. 15 Prozent gelingt das
nach eigenen Angaben gar nicht.
Kaffeepause als Stresshemmer
An die Spitze der Stresshemmer
während der Arbeit reihten die Befragten die Kaffeepause (44,7 Prozent),
gefolgt vom Austausch mit Kollegen, den fast genauso viele Arbeitnehmer als
probates Gegenmittel nannten. Auch bewusste Pausen sind beliebt in der
persönlichen Burn-out-Vorsorge (37,6 Prozent).
Rund die Hälfte aller Befragten gab laut Marketagent.com an, dass der
Arbeitgeber keine Gegenmaßnahmen setzt. Ist das Problem in einer Firma doch
ein Thema, wird am häufigsten mit regelmäßiger Anerkennung (19,2 Prozent),
Weiterbildung (18,2 Prozent) und betrieblicher Gesundheitsförderung (18
Prozent) reagiert.
Nur 5,2 Prozent gaben an, dass in Zeiten extrem hoher Arbeitsbelastung
externe Unterstützung geholt wird. Auch um den Ausfall eines Mitarbeiters
abzufedern, werden in 74,8 Prozent der Unternehmen bestehende interne
Ressourcen herangezogen. Nur 15,8 Prozent holen sich Hilfe von außen zur
Überbrückung. "Häufig werden Spitzen in der Arbeitslast mit Überstunden
aufgefangen - dies kann kurzfristig ein gangbarer Weg sein, auf Dauer geht
das auf die Substanz der wichtigsten Unternehmensressource - dem
Mitarbeiter", sagte Martina Tröstl von der Agentur für Projektmanagement und
Beratung.