23. September 2009 12:42
"Viele Rauchen fürchten sich vor Krebs, vor COPD
(chronisch obstruktive Bronchitis) aber keiner", beklagte der Sprecher der
Österreichischen Lungenunion. Dabei ist dies in Industrieländern die
vierthäufigste Todesursache und trifft zu 80 Prozent Raucher.
Doch 75 Prozent der Patienten sind nicht diagnostiziert, führte Otto
Spranger bei einer Pressekonferenz in Wien aus.
Asthma durch Allergie
COPD
ist aber nicht die einzige gefährlich Atemwegserkrankung, die nicht
ausreichend erkannt wird. Etwa ein Viertel der Österreicher leidet an Allergien,
von denen nur die Hälfte diagnostiziert ist. "Die Allergie rutscht oft
hinunter, entzündet die Bronchien und löst so Asthma aus", erklärte Norbert
Vetter vom SMZ Baumgartner Höhe. So entwickeln 30 bis 50 Prozent der
Allergiker Asthma.
Allergietest durchführen lassen
Besonders Raucher würden
sich oft nichts dabei denken, wenn sie morgens an Husten und Atemnot leiden.
Die schleichende Entwicklung und das Unwissen der Bevölkerung machen
Maßnahmen notwendig, so der Mediziner. Wer längere Zeit an roten Augen oder
Schnupfen leidet, sollte einen Allergietest durchführen lassen. Wichtig wäre
auch ein Lungenfunktionstest, um COPD rechtzeitig erkennen zu können. Leider
würden die Kosten dafür nicht in allen Bundesländern von den Kassen
übernommen.
Bessere Information
Notwendig sei vor allem eine bessere
Information der Patienten, damit die Atemwegserkrankungen erkannt und
behandelt werden können. Durch Schulungsmaßnahmen ließe sich die
Therapietreue deutlich verbessern. Die besten Erfahrungen habe man mit
Selbsthilfegruppen gemacht, unterstrich Vetter. Besondere Bedeutung schreibt
Spranger dem Nichtraucherschutz zu. Es sei zwar ein wenig passiert, "aber
wir eiern da noch immer herum".