03. April 2008 12:09
Wer länger kann, kommt besser an. Oder doch nicht? Eine Umfrage unter
amerikanischen Sextherapeuten ergab: Geschlechtsverkehr dauert idealerweise
zwischen drei und 13 Minuten. Wer dachte, beim sexuellen Akt zähle allein
die Ausdauer, sieht sich durch Professor Eric Cortys Studie eines Besseren
belehrt.
Längeres Vorspiel
Corty forscht im Fachbereich Psychologie
am Behrend College im US-Staat Pennsylvania. Er und der Student Jenay
Guardiani befragten 50 Mitglieder der Society for Sex Therapy and Research
in den Vereinigten Staaten und in Kanada. 44 gaben Auskunft. Die
Wissenschafter konnten sich so ein Bild davon machen, welche Sexdauer die
professionellen Pärchenberater für normal hielten. Die Fragen seien nicht
geschlechtsspezifisch gestellt worden, sagte Corty. Vorstudien hätten
gezeigt, dass sowohl bei Männern als auch bei Frauen Unzufriedenheit
herrscht: Alle wünschten sich ein längeres Vorspiel und auch einen längeren
Geschlechtsverkehr.
"Zu kurz"
Die befragten Therapeuten beschränkten sich
bei ihren Zeitangaben auf den eigentlichen Koitus; das Vorspiel blieb außen
vor. Sex, der nach ein oder zwei Minuten zu Ende ist, stuften die Probanden
als "zu kurz" ein. Bei der Frage nach der idealen Zeitdauer gaben einige
Experten aber auch an, dies hänge auch von dem jeweiligen Partner ab.
"Ich kann fünf Minuten"
"Die Leute werden sagen:
'Ich kann fünf Minuten', oder: 'Mein Partner schafft acht Minuten', und sich
dann denken: 'Das ist okay'. Sie werden ein wenig entspannter an die Sache
herangehen", sagte Corty zur Veröffentlichung seiner Ergebnisse in der
Mai-Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift "Journal of Sexual Medicine".
Es sei ihm ein Anliegen, die Menschen zu beruhigen, die insgeheim dem
Irrglauben anhingen: "Wenn Du Deinen Partner wirklich befriedigen willst,
solltest Du ewig können."