25. September 2009 11:07
Diabetes, die wohl meist unterschätzte Krankheit Österreichs, ist
hierzulande stark im Vormarsch. Eine aktuelle Studie, die von der neu
gegründeten Diabetes
Initiative Österreich (DIÖ) in Wien präsentiert wurde, belegt, dass
die Zahl der Erkrankten auf mittlerweile rund 600.000 gestiegen ist - das
sind um 20 Prozent mehr als bisher angenommen. 170.000 davon leiden unter
Diabetes, ohne es zu wissen.
Unheilbare Krankheit
Das heimtückische an Diabetes ist nicht,
dass es die teuerste chronische Krankheit oder dass sie nach wie vor
unheilbar ist. Was sie so gefährlich macht, ist die in der Umfrage
offenbarte Sorglosigkeit, mit der ihr die Österreicher begegnen. Die
Studienergebnisse sprechen Bände: Während 51 Prozent der insgesamt 4.000
Befragten Angst davor haben, an Krebs zu erkranken, sind es punkto Diabetes
lediglich 30 Prozent. Fast 62 Prozent gaben an, niemals zu befürchten, daran
zu erkranken. Dabei hat schon jeder dritte Österreicher in seinem
unmittelbaren Verwandtenkreis einen Betroffenen.
Bewusstseinsbildung
Für die DIÖ leitete ihr Sprecher, Prof.
Bernhard Ludvik, daraus drei "klare Arbeitsaufträge" ab: "Eine umfassende
Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, ein Schwerpunkt in Sachen
Prävention, insbesondere im Hinblick auf den Lebensstil und die Etablierung
moderner Therapiestandards - einheitlich und flächendeckend in ganz
Österreich." Ludvik wies darauf hin, dass die Ursache für Diabetes "vor
allem jahrelange falsche Ernährung sowie zu wenig Bewegung" sind.
Erreichbarkeit der Zielgruppe
Ein weiteres Problem ist die
"Erreichbarkeit" der Zielgruppe: Die Analyse der Umfrage habe ergeben, dass
sich vor allem die "falschen Menschen" für Diabetes interessieren, also
jene, die ohnehin nicht erkranken werden. Besorgniserregend sei auch, dass
32 Prozent aller Diabetiker nur unregelmäßig zum Arzt gehen.
Die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, steigt sowohl mit dem
Alter als auch mit der Zunahme von Körpergewicht. Bei den Normalgewichtigen
beträgt der Anteil der Erkrankten nur drei Prozent, bei den Übergewichtigen
(immerhin 29 Prozent der Österreicher, also rund zwei Millionen Menschen)
steigt dieser Wert bereits auf neun Prozent. Bei Personen mit Adipositas
(Fettleibigkeit) liegt die Wahrscheinlichkeit schon bei 15 Prozent.
Mehr Infos: www.diabetesinitiative.at