10. November 2009 10:59
Rund 500.000 Österreicher leiden laut Schätzungen der Österreichischen
Diabetes Gesellschaft (ÖDG) an Zuckerkrankheit,
und die Tendenz ist stark steigend. Herzinfarkt, Schlaganfall,
Nierenversagen und Erblindung seien oft schwerwiegende Folgen von Diabetes.
Die Versorgungslage für Diabetiker wird in Österreich kritisiert und nach
wie vor als höchst unzureichend bemängelt, hieß es anlässlich des
Weltdiabetestages am 14. November. Experten fordern vor allem verstärkte
Maßnahmen zur Prävention.
Mehr Bewusstseinsbildung
Der im vergangenen Jahr erstellte "Euro
Consumer Diabetes Index" reihte Österreichs Behandlungssystem gemeinsam
mit Zypern und Malta europaweit auf den letzten Platz. Die Diabetes
Initiative Österreich plädiert aus diesem Grund für mehr Bewusstseinsbildung
in der Bevölkerung, Präventivmaßnahmen und flächendeckend moderne
Therapiestandards. Das Krankenhaus Schwarzach im Salzburger Pongau hat hier
eine Vorreiterrolle eingenommen: Ein professionelles Team aus Ärzten und
Beratern bietet umfangreiche Schulung, Betreuung und Behandlung an.
Falscher Lebensstil schuld
"Wir unterscheiden zwischen dem
genetisch bedingten und eher seltenen Typ 1- sowie dem häufigeren, aber in
vielen Fällen vermeidbaren Typ 2-Diabetes", erklärte Jörg Berger,
Oberarzt in der Abteilung für Innere Medizin im KH Schwarzach. "90
Prozent der Patienten leiden an Typ 2, ein Großteil dieser Erkrankungen ist
durch falschen Lebensstil bedingt. Besonders wichtig für eine erfolgreiche
Therapie ist die Früherkennung und sofortige Umstellung der
Lebensgewohnheiten bei zutreffender Diagnose."
Risikogruppen sind insbesondere Menschen mit Diabetes in der
Familienanamnese, Übergewicht, zu wenig Bewegung, Bluthochdruck oder
niedrigem HDL-Cholesterin - aber auch Frauen, die unter
Schwangerschaftsdiabetes gelitten haben. "Besondere Aufmerksamkeit ist
auch bei Patienten mit Gefäßkrankheiten geboten", so Berger. "Alle
diese Personenkreise müssen wir künftig noch besser identifizieren und
aufklären."
Weltdiabetestag am 14. November
Der Weltdiabetestag wird
jährlich am 14. November von der internationalen Diabetes Föderation IDF und
der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. Mittlerweile ist der "World
Diabetes Day" auch ein Tag der Vereinten Nationen. Diese haben im Jahr
2006 in einer eigenen Resolution Diabetes als erste nichtinfektiöse
Krankheit zu einer ebenso großen Gefahr für die Menschheit erklärt wie etwa
die ansteckenden Krankheiten Malaria, Tuberkulose oder Aids. Der
Weltdiabetestag steht heuer unter dem besonderen Motto "Schulung und
Vorbeugung".