29. April 2009 12:14
Stress und Hektik machen vielen den Alltag schwer - vor allem in
wirtschaftlich turbulenten Zeiten. Lichtblick für viele sind kurze
"Auszeiten", denen einer Umfrage der Karmasin Motivforschung zufolge nach
innerer Zufriedenheit der höchste Stellenwert eingeräumt wird. Das Institut
hat im März und April im Auftrag von Nestle Schöller-Eis 500 Personen nach
der Bedeutung des vagen Begriffs befragt.
Kurze Auszeit wichtig
65 Prozent der ab 14-Jährigen räumten einer
"kurzen Auszeit" dabei einen hohen Stellenwert ein. Weniger wichtig sind
demnach eine gute Partnerschaft (64 Prozent), ein aktives Freizeit- und
Sozialleben (57 und 53 Prozent) sowie ein erfüllender Beruf (53 Prozent).
Deutlich geschlagen wurde die Bedeutung von kleinen Pausen zum Abschalten
laut Karmasin lediglich von innerer Zufriedenheit (72 Prozent).
Kaffeepause
Kaffee gilt bei 50 Prozent als Auszeit-Genussmittel
schlechthin, hieß es bei der Pressekonferenz. Schokolade (38 Prozent)
landete auf Platz zwei, gefolgt von Mehlspeisen (34 Prozent) sowie Eis,
Obst, Knabbergebäck und Erfrischungsgetränken (je 25 Prozent). Alkohol ist
für 23 Prozent in Form von Wein und für sieben Prozent in Form von Bier ein
Entspannungs-Getränk. Nur wenig Bedeutung wurde der klassischen
Zigarettenpause (acht Prozent) beigemessen.
Männer pausieren länger
Eine durchschnittliche Auszeit
dauert 64 Minuten, so das Ergebnis der Umfrage, der Großteil (46 Prozent)
pausiert ein bis zwei Stunden. Wenn es ums Abschalten geht, haben es Frauen
generell etwas schwerer: Männer nehmen sich acht Minuten mehr Zeit für
Pausen (68 Minuten), Frauen haben dabei grundsätzlich öfter ein schlechtes
Gewissen, weiters verzichten sich wegen Kindern öfter auf kurze Auszeiten.
Sie assoziieren Pausen außerdem stärker mit Genussmitteln als Männer,
Tätigkeiten wie Kaffee-Trinken werden von ihnen deutlich häufiger genannt.
Die Nase vorne hat das starke Geschlecht lediglich bei den
Freizeitbeschäftigungen Fernsehen und Nichtstun.
Die Wirtschaftskrise hinterlässt offenbar ihre Spuren: "Im Zuge der
Untersuchung äußern viele Befragten auch Befürchtungen dahingehend, dass
Auszeiten im Job wegfallen, weil man sich nicht mehr traut, regelmäßig
Alltagspausen einzulegen", erklärt Studienautorin Karmasin. "Für drei von
zehn Befragten ändert sich die Bedeutung von Auszeit in unserer aktuellen
Zeit."
Auszeit gönnen!
Auszeiten stehen regelmäßig am Tagesplan der
Österreicher: 29 Prozent legen mehrmals wöchentlich, 27 Prozent täglich und
24 öfter am Tag eine kurze Pause ein. Besonders beliebter Zeitpunkt ist der
Nachmittag (38 Prozent ) oder der Abend (37 Prozent). 24 Prozent gaben an
künftig mehr Pausen einlegen zu wollen, 72 Prozent waren mit der jetzigen
Situation zufrieden. Mehr als ein Drittel klage über Zeitmangel für
Auszeiten.