05. Oktober 2009 08:39
Menschen, die gegen Wespengift
allergisch sind, leben im Herbst besonders gefährlich. Denn vor allem
die Obsternte und das Fallobst ziehen
die Insekten an. "Gerade für die spät geschlüpften Jungtiere sind reife
Früchte die Futterquelle Nummer eins", erklärte Michael Barczok vom Vorstand
des deutschen Bundesverbands der Pneumologen. Da Kontakte mit Wespen sich
daher derzeit kaum vermeiden ließen, müssten Allergiker jetzt besonders
aufpassen.
Hyposensibilisierung
Angesichts der lebensbedrohlichen Folgen
eines einzigen Wespenstiches rät Barczok den Betroffenen, sich bei einem
Facharzt mit allergologischem Schwerpunkt einer sogenannten spezifischen
Immuntherapie (Hyposensibilisierung) zu unterziehen. Ziel dieser Methode sei
es, die Überempfindlichkeit gegenüber Wespengift abzubauen, erklärt der
Facharzt.
Toleranz wird erhöht
Dazu werde den Patienten in
regelmäßigen Abständen das verantwortliche Allergen schrittweise in zuerst
unterschwelliger, dann steigender Dosierung zugeführt. Diese kontrollierte
Zufuhr führe schließlich zu einer erhöhten Toleranz gegenüber dem
zugeführten Allergen. Erfreulicherweise sei die Erfolgsrate dieser
Behandlungsform bei Insektengiftallergikern besonders hoch - sie betrage
nahezu 100 Prozent. "Damit erreicht fast jeder Patient einen vollständigen
Schutz und kann somit sicher vor schweren allergischen Reaktionen bewahrt
werden", betont Barczok.
Lebensbedrohliche Reaktionen
Während der Stich einer Wespe für
Gesunde zwar schmerzhaft, aber harmlos ist, können Allergiker bereits nach
einem einzigen Stich lebensbedrohliche Reaktionen entwickeln: "Innerhalb
einer Minute kommt es zu typischen Symptomen wie starkem Juckreiz,
Hautrötung oder Nesselausschlag am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht
und am Hals, Schwindelgefühlen und Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen,
Schluck-und Sprechbeschwerden, Husten, Atemnot bis hin zum sogenannten
anaphylaktischen Schock". Dieser stelle den Gipfel einer allergischen
Reaktion dar und führe zum völligen Zusammenbruch des Kreislaufs und dann zu
Ohnmacht und Kollaps. Ohne sofortige Notfallversorgung mit entsprechenden
Medikamenten könne ein solcher Vorfall tödlich ausgehen, warnt Barczok.