08. Oktober 2009 08:58
Dass dieser Tag irgendwann einmal eintreten wird, weiß jeder. Nur wann das
sein wird, ist die große Frage. Der Zeitpunkt des eigenen Todes ist eines
der großen Rätsel des Lebens. Wissenschafter in den USA haben nun eine
Internet-Seite eingerichtet, auf der Neugierige der Lösung dieses Rätsels
ein Stück weit näher kommen können. Genau vorhersagen lässt sich der Tag des
Todes zwar nicht; aus großen statistischen Datenmengen können die
Wissenschafter aber einige Aussagen über die Wahrscheinlichkeit eines
baldigen Ablebens machen.
Speckröllchen
erhöhen Sterberisiko
Gesundheitliche Faktoren
Ins Leben gerufen wurde die Webseite DeathRiskRankings.com
von einer Gruppe aus Professoren und Studenten in den USA. Ihnen geht es
nicht um Wahrsagerei, sondern darum, die Menschen über ihr Sterberisiko
aufzuklären - und über die gesundheitlichen Faktoren, die dieses Risiko
vergrößern. "Die meisten Amerikaner haben keine Ahnung von
ihrem Sterberisiko", sagt Professor David Gerard von der Lawrence
University im Bundesstaat Wisconsin. "Noch weniger wissen sie über ihre
spezifischen Risikofaktoren."
Langes
Leben: So halbieren Sie Ihr Sterberisiko!
Alter, Geschlecht, Krankheiten
Für ihre Berechnungen stützt sich
die Internetseite auf eine Datenbank zu Sterbefaktoren wie etwa Alter,
Geschlecht, Krankheiten und Wohnort. Einen genauen Sterbetermin rechnet sie
nicht aus. Sie gibt aber an, wie hoch das persönliche Sterberisiko eines
Menschen in einem bestimmten Zeitraum ist - seien es ein Jahr oder 30 Jahre.
Bei einer 20-jährigen Amerikanerin aus dem Bundesstaat Pennsylvania etwa
beträgt das Risiko, binnen eines Jahres zu sterben, nur eins zu 2000 - oder
0,5 Prozent. Im Alter von 40 Jahren ist das Risiko dreimal höher, mit 60
Jahren 16 Mal und mit 80 Jahren 100 Mal höher. "Das bedeutet aber
auch, dass eine Amerikanerin mit 80 Jahren immer noch eine 95-prozentige
Chance hat, den 81. Geburtstag zu überleben", sagt Gerard.
Bei Männern mit 20 Jahren sei zu berücksichtigen, dass das Sterberisiko um
fast das Dreifache höher liege als bei Frauen, weil sie öfter Opfer von
Unfällen, Gewalttaten oder Selbstmord würden. Bei Männern mit 50 Jahren
hingegen liege das höhere Sterberisiko vor allem an den weit verbreiteten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Auch regionale Vergleichsdaten würden einbezogen. So habe etwa eine
54-jährige Frau aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania ein 33 Prozent höheres
Risiko als eine gleichaltrige Britin, an Brustkrebs zu sterben. Bei der
Britin hingegen liege das Risiko des Todes durch Lungenkrebs um 29 Prozent
höher.
Öffentliche Aufklärung
Professor Paul Fischbeck, einer
der Initiatoren der Webseite, erhofft sich von dem Projekt vor allem
öffentliche Aufklärung. "Nun kann jeder sein eigenes
Todesrisiko abschätzen", sagt der Wissenschaftler von der
Carnegie-Mellon-Universität in Pennsylvania. "Wir hoffen, dass
sich die Öffentlichkeit informiert und dadurch ins Gespräch kommt."