07. August 2008 09:15
Der Stress am Arbeitsplatz steigt, entsprechende Coaching-Angebote boomen:
Fast jeder vierte Beschäftigte in der Europäischen Union leidet laut einer
Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für berufsbedingte Risiken
darunter. Bei vielen endet der Dauerdruck in einem Burn-out. Auch dauernde
Langeweile bleibt nicht ohne Folge: Nach Schätzungen von Schweizer Experten
sind rund 15 Prozent aller Arbeitnehmer im Dienstleistungsbereich vom
sogenannten Boreout-Syndrom betroffen.
Gesundheitsproblem
Arbeitsbedingter Stress ist das zweithäufigste
arbeitsbedingte Gesundheitsproblem. Zu den häufigsten Auslösern zählen laut
der Beobachtungsstelle unsichere Arbeitsverhältnisse, hoher Termindruck,
Mobbing und die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Jahre 2005 seien
davon 22 Prozent der europäischen Arbeitnehmer betroffen gewesen. Vermutlich
bis zu 60 Prozent aller versäumten Arbeitstage seien auf Stress
zurückzuführen. Man geht davon aus, dass die Zahl der Betroffenen weiter
zunehmen wird.
"Stress-Krankheiten" un 92,5 Prozent gestiegen
Nach
Zahlen des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger
sind die Krankenstandstage aufgrund psychiatrischer Krankheiten von 1991 bis
2006 um 92,5 Prozent gestiegen: Waren es 1991 noch 851.111 Betroffene, waren
es vor zwei Jahren bereits 1.637.966 - also ein Mehr von 786.855 Menschen.
Allein von 2005 bis 2006 stieg die Zahl um 7,4 Prozent (in Zahlen 113.522).
Natürlich finden sich unter der Ursache "psychiatrische Krankheiten" die
verschiedensten Symptome wie auch Alkoholismus, nicht nur ein mögliches
Burn-out.
Niedergeschlagenheit
Nicht ausschließlich den Gesundheitszustand
von Beschäftigten, aber generell von Personen ab 15 Jahren, zeigt die von
Statistik Austria durchgeführte österreichische Gesundheitsbefragung
2006/2007. Davon lässt sich vielleicht eine Tendenz ableiten: 4,4 Prozent
der Befragten gaben an, "ziemlich oft" in den vergangen vier Wochen vor der
Umfrage so niedergeschlagen gewesen zu sein, dass sie nichts aufheitern
konnte. 21,1 Prozent waren es "manchmal" und 72,4 Prozent "nie". Erschöpft
waren ein Prozent "immer", 4,4 Prozent "meistens", 10,9 Prozent "ziemlich
oft", 57,2 Prozent "manchmal" und 26,4 Prozent "nie". Glücklich waren 18,3
Prozent "immer", 49 Prozent "meistens", 15,7 Prozent "ziemlich oft" und 14,8
Prozent "manchmal" sowie 2,1 Prozent "nie".