12. Oktober 2009 10:02
Der Kürbis
war eigentlich das Lieblingsgemüse unserer Großmütter, doch seit einigen
Jahren kommt das orange-gelbe Gewächs zu neuen Ehren. Nicht nur die Herbst-
und Winterküche wird damit zum schmackhaften Erlebnis. Ein
positiver Nebeneffekt sind die vielen positiven Gesundheitsaspekte, erklärte
TCM- und Ernährungsexpertin Claudia Nichterl.
Kürbiscremesuppe,
Kürbisauflauf & Co.: Tolle Rezepte auf wirkochen.at
Über 800 Sorten
Der Kürbis, eine der ältesten
Nahrungspflanzen, stammt aus Amerika und wird dort seit über 5.000 Jahren
kultiviert. In Europa war lange Zeit nur der aus Afrika stammende
Flaschenkürbis bekannt, der als Behältnis, Topf, Löffel oder Musikinstrument
verwendet wurde. Heute sind über 800 namentlich bekannte Sorten im Umlauf,
Amerika und Neuseeland gehören zu den Hauptanbaugebieten. Nur eine einzige
dieser Sorten - der steirische Ölkürbis - hat schalenlose Kerne und ist zur
Herstellung von Kürbiskernöl geeignet.
Neben der Farb- und Sortenvielfalt hat der Kürbis wichtige Inhaltsstoffe zu
bieten. "Das Fleisch ist sehr bekömmlich und hat aus Sicht der
Traditionellen Chinesischen Medizin eine aufbauende, abwehrstärkende Wirkung",
weiß Nichterl. Bei Magen-Darm-Erkrankungen, Herz- und Nierenleiden wird
diese positive Wirkung therapeutisch eingesetzt.
Kürbis wirkt entwässernd
Durch seinen hohen Gehalt an
Kalium wirkt der Kürbis ausleitend und entwässernd. Weitere wichtige
Substanzen sind Vitamin A (gut für die Augen und den Stoffwechsel der Haut),
Vitamin C, Vitamin E (wichtig für den Fettstoffwechsel), Vitamin B-Komplex,
Kalzium, Magnesium und Folsäure. Durch den hohen Gehalt an Antioxidantien
und Carotinoiden - Hokkaido-Kürbis enthält mehr Carotin als Karotten - ist
Kürbis auch als Schutz gegen Krebserkrankungen im Gespräch, so Nichterl.
Kürbiskerne sind sogar eine gesunde Knabberei und wegen der enthaltenen
pflanzlichen Hormone Phytosterine besonders gut für Blase und Prostata. Zwei
bis drei Esslöffel täglich werden für eine vorbeugende Wirkung empfohlen.
Leckeres Kürbiskernöl
In Österreich ist besonders das
Kürbiskernöl beliebt. "Es enthält etwa 80 Prozent
ungesättigte Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Chlorophyll und wertvolle
ätherische Öle. Kürbiskernöl eignet sich durch das günstige Fettsäuremuster
zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beeinflusst den
Cholesterinhaushalt positiv. Die enthaltene Linolsäure stimuliert die
Immunreaktion und stärkt das Nervensystem", weiß die
Ernährungsexpertin.
"Allzu oft führt der Kürbis ein Schattendasein als Kürbiscremesuppe,
dabei gibt es viele andere Arten der Zubereitung. Der Kürbis ist ein
Verwandlungskünstler - ob als Vorspeise, Hauptspeise oder als Beilage, ob in
Brot, Salat, Dessert oder Kuchen - Kürbisgerichte sind ebenso vielseitig,
wie es Sorten auf unserer Erde gibt", sagte Nichterl. In der TCM sollte
der Kürbis so oft wie möglich am Speiseplan stehen.
Der Hokkaidokürbis etwa stammt von der japanischen Insel Hokkaido und ist
inzwischen auch in Österreich ein beliebter Speise-Kürbis. "Seine
dünne Schale wird - anders als bei den meisten übrigen Kürbissorten - beim
Kochen weich und kann mitgegessen werden. Die Kerne müssen jedoch entfernt
werden. Das Fruchtfleisch hat ein leicht nussiges Aroma und eine stabile
Konsistenz, obwohl es kaum spürbare Fasern enthält", so
Nichterl. Der Hokkaidokürbis sei für die Verwendung in der Küche sehr
vielfältig. Er harmoniere mit fast allen Geschmacksrichtungen, passe aber
besonders gut zu Ingwer und Chili, erklärte die Expertin. Er eignet sich für
Suppen, Aufläufe oder als Gemüsebeilage. Mit nur 23 Kalorien pro 100 Gramm
Fruchtfleisch ist der Hokkaido sehr kalorienarm.
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