18. September 2008 09:37
Duftendes Öl, zwei sensible Hände und ein wenig Zeit: Das ist alles, was den
„Luxus“ einer Massage ausmacht. So wenig – und doch so viel: In einer Zeit,
wo Partner kaum mehr als 30 Worte pro Tag miteinander wechseln, sind
menschliche Berührung und Wärme zur Seltenheit geworden. „Die Aufmerksamkeit
und Zuwendung, die der Masseur dem Kunden schenkt, bekommt man als
Individuum kaum mehr“, weiß auch der Wiener Massagepraktiker, Gesundheits-
und Sozialpädagoge Gerhard Fröhlich.
Handarbeit
Dabei sind Massagen keine Erfindung der neuzeitlichen
Wellness-Hysterie, sondern vermutlich so alt wie die Menschheit: Schon in
der Antike versuchte man, Krankheiten durch Handauflegen zu lindern. Heute,
wo Druck und Stress über lange Strecken unser Leben bestimmen, sind die
Berührungstherapien jedoch wichtiger denn je. Wir zeigen die bekanntesten
Techniken und welche Wohlfühl-Wirkung Sie sich davon erwarten dürfen:
Die klassische Massage
Löst verspannte Muskeln. Streichen,
Kneten, Reiben und Klopfen: Die klassische Massage wird auch „schwedische
Massage“ genannt, weil sie von dem schwedischen Medizinstudenten Pir Henrik
Ling (1776–1839) entwickelt wurde: Er verarbeitete seine Kenntnisse der
Physiologie des Menschen zu einem System, in dem er Massage mit
Körperübungen kombinierte. Heute wird die Massage vor allem zur Vorbeugung
von Schmerzen und Behandlung des Bewegungsapparates eingesetzt: Sie kommt
bei Muskelverspannungen, Rückenproblemen, Kopf- oder Nackenschmerzen zum
Einsatz. Durch diverse Reibe- und Streichbewegungen wird die Durchblutung
angeregt, die Muskulatur entkrampft und eine Entspannung erreicht.
Traditionell
wird die Massage auf einer Liege ausgeführt: Spezielle Techniken erlauben es
auch, die inneren Organe zu beeinflussen.
Wo? In vielen
Fitness-Studios (zum Beispiel: www.spa-manhattan.at)
oder Wellness-Hotels wie im Balance Resort Stegersbach, www.balance-resort.at
Chinesische Tuina
Akupunktur mit Fingern. Die Tuina- Massage
ist die älteste Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
und zugleich der Grundstein für weiterführende Massagetechniken, wie zum
Beispiel Shiatsu. Die zerlegten Silben des Wortes „Tuina“ beschreiben zwei
der Haupttechniken, die bei dieser Massage zur Anwendung kommen: Tui
bedeutet Schieben und na heißt Greifen. Die theoretische Basis beruht auf
der Lehre von Yin und Yang: Sind diese beiden Pole aus dem Gleichgewicht
gebracht, kann die Lebensenergie Qi nicht mehr ungestört fließen. Die Folge:
Krankheiten entstehen. Eine Tuina-Massage kann dieses Ungleichgewicht wieder
ins Lot bringen, indem Blockaden aufgelöst werden. Der Therapeut führt mit
Fingerkuppen, Handflächen oder Ellbogen knetende, schiebende oder
klatschende Bewegungen aus. Nach 20 bis 60 Minuten stellt sich ein
Wohlgefühl beim Patienten ein; manchmal auch eine leichte Müdigkeit. Diese
verfliegt jedoch rasch wieder und man spürt: Die Energie fließt!
Wo?
Etwa im Frauengesundheitszentrum Woman & Health, 1010 Wien, www.womanandhealth.com;
im Hotelschloss Pichlarn, www.pichlarn.at
La Stone Therapy
Heilen mit Steinen. Die „La Stone Therapie“,
auch „Hot Stone“-Massage genannt, ist eine besonders faszinierende
Verbindung aus Massage, Energiearbeit und der wohltuenden Wirkung von –
abwechselnd heißen und kalten – Steinen.
Die Idee der
Behandlung ist nicht neu: Vor allem Naturvölker schreiben Steinen besondere
Kräfte zu. Die „La Stone Therapy“ beruht auf indianischen Heilmethoden und
wurde von Mary Dolores Nelson, einer Heilmasseurin aus Arizona, entwickelt.
Die Behandlung mit Basal- und Marmorsteinen soll die innere Reinigung
(Entschlackung) fördern und die Selbstheilungskräfte aktivieren.
Wo?
Etwa im neuen Asia Resort Linsberg (www.linsbergasia.at
) oder im Reiter’s Supreme Hotel, www.reitersburgenlandresort.at
Lomi Lomi Nui
Polynesischer Seelentröster. Diese
berührungsintensive Massage hat ihre Wurzeln auf Hawaii und wurde früher nur
von den weisen „Kahunas“ (Schamanen) in ihren Tempeln praktiziert. In
unseren Breitengraden wird Lomi Lomi Nui (heißt: „einzigartiges, starkes
Kneten“) weniger als Heilritual denn als wohltuende Ganzkörpermassage
geschätzt. Die wichtigsten Ingredienzen: viel duftendes Öl und hawaiianische
Musik. Mit Wiegegriffen, fließenden und klopfenden Bewegungen werden Psyche
und Körper in Einklang gebracht: Löst auch Ängste und stärkt das
Selbstvertrauen.
Wo? Zum Beispiel im 5-Sternhotel Salzburgerhof, (www.salzburgerhof.at)
oder im Wiener Radisson SAS Palais-Hotels, www.vendomespa.at
Fussreflexzonen-Massage
Vorbeugen und heilen. Diese Behandlung
basiert auf der Theorie, dass bestimmte Zonen an den Fußsohlen mit inneren
Organen in Verbindung stehen: Diese Organe sind gleichsam auf der Fußsohle
abgebildet. Massiert werden Zehen, Ferse, der Fußrücken und die Knöchel.
Dadurch sollen die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Nach der Behandlung
ist eine Ruhephase anzuraten, in der man viel Wasser trinkt, um
Schlackenstoffe auszuschwemmen. Hilft bei Verspannungen, Schlafproblemen,
Kopfschmerzen oder Verdauungsproblemen.
Wo? Zum Beispiel im
Kosmetiksalon La Belezza, www.labelezza.at
; im Romantikhotel Gmachl, www.gmachl.com
Energiemassage: Reiki
Heil durch Handauflegen. Reiki ist eine
uralte Heilmethode, die im 19. Jahrhundert von einem christlichen Mönch aus
Japan wiederentdeckt wurde. Der Begriff setzt sich aus den Worten rei
(„Kosmos, Seele“) und ki (Lebensenergie) zusammen. Die Theorie dahinter:
Durch einfaches Handauflegen wird die heilende Reiki-Energie auf den
Menschen übertragen und soll bewirken, dass körperliche Beschwerden
gelindert und seelische Probleme gelöst werden. Der Energiefluss, der von
den Händen des Reiki-Meisters ausgeht, kann vom Patienten als Wärme oder
Kribbeln wahrgenommen werden.
Wo? Therme Laa, www.therme-laa.at;
Loipersdorf, www.loipersdorfhotel.com
Foto: (c) Susanne Stemmer