11. Februar 2010 12:24
Die meisten Kinder mögen Süßigkeiten. Jene, die sie besonders gerne mögen,
könnten depressiv sein oder über ein höheres Risiko eines Alkoholproblems in
der Zukunft verfügen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Monell Chemical
Senses Center gekommen. Das Team um Julie Mennella schreibt, dass bestimmte
Kinder sich besonders zu sehr Süßem hingezogen fühlen. Diese Kinder hatten
entweder einen nahen Verwandten mit einem Alkoholproblem oder verfügten
selbst über Symptome einer Depression.
Erziehung spielt eine Rolle
Es ist jedoch nicht klar, ob diese
Vorliebe für sehr Süßes auf echte chemische Unterschiede oder auf die
Erziehung zurückzuführen ist. Die Wissenschaftler erklärten, dass ein süßer
Geschmack und Alkohol viele der gleichen Arten von Belohnung auslösen.
Mennella erläuterte, dass bekannt sei, dass ein süßer Geschmack von allen
Kindern als Belohnung wahrgenommen wird und er ihnen ein gutes Gefühl
vermittelt. Manche Gruppen von Kindern könnten von intensiver Süße aufgrund
ihrer Biologie besonders angezogen sein.
Viele Alkoholiker sind Naschkatzen
Experten gehen davon aus,
dass Alkoholiker dazu neigen, Naschkatzen zu sein, berichtet BBC. Dieser
Zusammenhang ist jedoch bei Kindern weniger klar. Eine andere US-Studie hat
nachgewiesen, dass die größte Vorliebe für sehr süße Getränke bei jenen zu
finden war, die Wachstumsschübe durchlebten. An der aktuellen Studie nahmen
300 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren teil. Die Hälfte hatte ein
alkoholabhängiges Familienmitglied.
Die Teilnehmer wurden gebeten, fünf süße auf Wasser basierende Getränke zu
kosten, die unterschiedliche Mengen an Zucker enthielten. Die Kinder sollten
bewerten, welches Getränk am besten schmeckte und wurden auf Symptome einer
Depression hin befragt. Ein Viertel verfügte über Symptome, die laut den
Wissenschaftlern auf eine mögliche Depression hinwiesen.
Die Vorliebe für intensive Süße war bei jenen 37 Kindern am größten, bei
denen es in der Familie Alkoholiker gab und die von depressiven Symptomen
berichteten. Sie bevorzugten das Getränk mit dem höchsten Zuckergehalt,
nämlich 24 Prozent. Das entspricht rund 14 Teelöffeln Zucker in einem Glas
Wasser und entspricht mehr als dem doppelten Zuckergehalt einer normalen
Cola. Dieser Geschmack war um ein Drittel intensiver als jener, der von den
anderen Kindern bevorzugt wurde.
Süßigkeiten als Schmerzmittel
In einem nächsten
Schritt wurde untersucht, ob die Unterschiede der Kinder in Bezug auf
Geschmack eine Auswirkung auf ihre Reaktion auf Schmerz oder Unbehagen
hatten. Frühere Studien hatten nahegelegt, dass Süßigkeiten als
Schmerzmittel und als Stimmungsaufheller wirken können. Es zeigte sich, dass
nicht depressive Kinder ihre Hände länger in sehr kaltem Wasser lassen
konnten, wenn sie einen Zuckerschub erhielten. Der zusätzliche Zucker führte
bei den depressiven Kindern zu keiner Veränderung des Verhaltens.