11. März 2010 08:49
Wenn einen der sportliche Ehrgeiz packt, trainiert man manchmal wie
besessen. Ob Fußball, Joggen oder Bergwandern - oft überschätzt man seine
Fitness und bewegt sich mehr, als dem Körper gut tut. Am nächsten Tag hat
man dann meist einen Muskelkater. Wie es zu diesen Schmerzen nach dem Sport
kommt, darüber gibt es viele Irrtümer, sagt Peter Kanzler, Chefredakteur der
"Apotheken Umschau":
Risse im Muskelgewebe
Früher glaubte man, dass zu viel Milchsäure
- Laktat - zu Muskelkater führt, heute gehen die Experten davon aus, dass
winzige Risse im Muskelgewebe dafür verantwortlich sind. Muskelkater
entsteht vor allem dann, wenn die Muskeln gleichzeitig angespannt und
gedehnt werden. Ein gutes Beispiel dafür sind die Abbrems-Bewegungen beim
Bergabwandern. Dann schmerzen nicht nur die Waden und Oberschenkel, man hat
am nächsten Tag dann meist auch Muskelkater.
Zu viel trainiert
Lange Zeit dachte man auch, dass Muskelkater
der Preis für ein wirksames Training sei. Doch diese Meinung ist überholt:
Ein Muskelkater zeigt vielmehr, dass man das Training falsch dosiert hat,
dass man es übertrieben hat. Besser ist es, die Muskeln langsam
aufzubauen und nach und nach intensiver zu trainieren. Dadurch werden die
Muskeln belastbarer und man bekommt weniger Muskelkater.
Dem Muskelkater vorbeugen
Wer sich an folgende Punkte hält, kann dem Muskelkater entgehen:
- Gehen Sie es langsam an: Wenn Sie damit beginnen Sport zu treiben
sollten sie keinesfalls sofort mit dem Training bis an die eigenen Grenzen
gehen. Um den Körper nicht zu sehr zu belasten sollten Sie sich nur langsam
steigern.
- Kein Sport ohne Aufwärmen: Vor jeder
sportlichen Betätigung sollten Sie sich auf jeden Fall aufwärmen. Eine gute
Methode ist auch ein kleines Stück zu laufen und dann zu dehnen.
-
Schütteln Sie den ganzen Körper aus.
- Vorsicht
vor Aufwärmsalben - diese vermitteln zwar das Gefühl von Wärme, der
Körper bleibt aber kalt.
Was tun wenn der Muskelkater da ist
- Warmes Bad: Besonders
wohltuend bei einem Muskelkater ist ein warmes Bad. Am besten verwenden Sie
dafür ein natürliches Badeöl wie Lavendel oder Rosmarin.
-
Ab in die Sauna: Die Wärme hilft den Muskel zu entspannen.
-
Sanfte Bewegung zum Ausgleich: Trainieren Sie nicht gleich weiter
sondern machen Sie leichte Bewegungen. Ein paar Runden schwimmen gehen
wirken oft Wunder.
- Wechselduschen: Duschen Sie
abwechselnd heiß und kalt.
- Massage: Massieren Sie
die betreffende Körperstelle - aber nicht zu intensiv, hier ist eine sanfte
Massage angebracht.
- Kontrollierte Dehnübungen: Dehnen
Sie den betroffenen Muskel langsam und vorsichtig - übertreiben Sie nicht!