01. Juli 2010 09:38
Die meisten Lebensmittel-bedingten Infektionen durch Salmonellen & Co. sind
"hausgemacht". Richtiger Transport, Lagerung und Verarbeitung von
Nahrungsmitteln würde den größten Teil der Erkrankungen verhindern. Am
Mittwoch stellten in Wien Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und
Gesundheitsminister Alois Stöger eine neue Informationsinitiative zu diesem
Thema vor.
Lebensmittelvergiftungen
"Der fehlerhafte Umgang mit rohen
Lebensmitteln kann für die Gesundheit des Menschen gefährlich werden,
nämlich dann, wenn er zur Lebensmittelvergiftungen führt. Daher ist der
hygienische Umgang mit Lebensmitteln besonders wichtig. Darüber wollen wir
aufklären" sagte Stöger bei der Präsentation der Initiative "Richtig und
sicher kochen".
Durchfall und Erbrechen
Zumeist gehen Lebensmittelinfektionen mit
Magenkrämpfen, Durchfall und Erbrechen einher und heilen von selbst aus. Für
Menschen mit geschwächtem Immunsystem (kleine Kinder, Schwangere, ältere
Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen) können sie im Extremfall aber
auch lebensbedrohlich sein. "Neben der Küchenhygiene ist auch wichtig, dass
man rohe Lebensmittel möglichst rasch verbraucht und keinesfalls nach Ablauf
des Haltbarkeitsdatums verwendet. Bakterien sollen keine optimalen
Bedingungen haben um sich zu vermehren," betonte der Minister.
Deshalb wurde vom Gesundheitsministerium gemeinsam mit der
Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) und der Lebensmittelaufsicht der Bundesländer
eine Informationsoffensive gestartet, die sich speziell den Möglichkeiten
zur Vermeidung von lebensmittelbedingten Krankheiten im privaten Haushalt
widmet. Leitl betonte, dass Produzenten, Transporteure, Großhandel,
Einzelhandel und Verbraucher "Teil der Lebensmittelkette" wären und somit
Verantwortung hätten.
Um sichere Speisen genießen zu können, sollten man folgende Grundsätze
im Haushalt beachten:
- Die Ware nach dem Einkauf kühl transportieren und im Kühlschrank bis zur
Verarbeitung lagern
- Hände vor dem Kochen und nach jedem Hantieren mit rohen Lebensmitteln
gründlich waschen
- Beim Hantieren mit rohen Lebensmitteln auf die Küchenhygiene achten
- Gekochte und für den Konsum fertige Lebensmittel, nicht auf Brettern
schneiden oder zerteilen, auf denen vorher rohe Lebensmittel bearbeitet
wurden)
- Rohe Lebensmittel, besonders Geflügel (Salmonellen), vollständig
durcherhitzen (auf mehr als 70 Grad)
- Umgang mit rohen Eiern; Möglichst keine Speisen bereiten, die rohe Eier
enthalten und nicht durcherhitzt werden (Mayonaise, Tisamisu).
- Keine Lebensmittel mit rohem Eiern vor dem Erhitzen "kosten" (z.B. Teig
vor dem Backen)