08. Juni 2010 09:29
Derzeit gibt es offenbar mehr Infektionen mit Salmonella Mbandaka. Seit Ende
Februar 2010 kam es bereits zu 44 nachgewiesenen Fällen im Vergleich zu nur
fünf im Vorjahr. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
soll die Ursachen aufklären. Der Verband der Ernährungswissenschafter
Österreichs (VEÖ) hat sozusagen das ABC der Salmonellen-Abwehr für
Konsumenten zusammengestellt.
Erhitzen über 70 Grad
Im Grunde wäre das Vermeiden solcher
Infektionen ausgesprochen einfach: So fühlen sich Salmonellen bei
Raumtemperaturen zwischen zehn und 40 Grad Celsius am wohlsten. Kühlen und
Gefrieren verlangsamt lediglich die Vermehrung, macht den Keimen aber noch
nicht den Garaus. Nur Erhitzen auf über 70 Grad tötet sie verlässlich ab.
Anfällige Produkte
Am häufigsten nachgewiesen werden
Salmonellen in rohen sowie ungenügend erhitzten Produkten aus Geflügel,
Fleisch, Fisch und Rohmilch, Rezepten mit rohen Eiern wie Tiramisu,
Mayonnaise, Tortencremen und Eiscreme, Beef tartare, weichem Ei oder
Spiegeleiern. Eine Salmonelleninfektion - auch Salmonellose genannt - führt
innerhalb von sechs bis 72 Stunden zu Durchfall, Fieber, Erbrechen und
Bauchschmerzen und kann bei älteren Menschen durch hohen Flüssigkeitsverlust
lebensbedrohlich werden. Auch Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit
schwachem Immunsystem sind besonders gefährdet.
Die wichtigsten Regeln:
- Richtig Einkaufen: Ablaufdatum beachten und rohe Lebensmittel rasch nach
Hause transportieren. Ideal für den Transport sind Kühltaschen.
- Fleisch, Fisch und Geflügel immer abgepackt im Kühlschrank aufbewahren.
Es soll kein Saft auf andere Lebensmittel, die unerhitzt gegessen werden
wie Salat oder Käse, tropfen.
- Auftauwasser von gefrorenem Fleisch, Fisch oder Geflügel in den Ausguss
leeren und heiß nachspülen.
- Fleisch, Fisch, Geflügel ausreichend durcherhitzen.
- Eierspeis erhitzen, bis das Eigelb gerinnt, also fest wird.
- Spiegelei beidseitig braten. Frühstückseier mindestens fünf Minuten
kochen.
- Für Rezepte wie Tiramisu oder Mayonnaise nur frische Eier verwenden.
- Frisch zubereitete Speisen rasch kühlen und nicht stundenlang bei
Raumtemperatur aufbewahren (z.B. auf Buffets).
- Rohmilch abkochen bzw. pasteurisierte Milch verwenden.
- Bei der Verarbeitung von Rohem immer die Hände mit heißem Wasser waschen,
bevor andere Lebensmittel angegriffen werden.
- Arbeitsflächen und Geräte nach dem Kontakt mit rohen Zutaten gründlich
mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen.
- Sämtliche Hygienemaßnahmen auch beim Grillen im Freien beachten.
- Lappen und Geschirrtücher häufig wechseln.
- Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen sollten besonders strikt
sein und riskante Speisen besser überhaupt vermeiden.