08. Jänner 2008 09:38
Weit verbreitet - und trotzdem falsch: Nur weil viele Glaubenssätze zu
medizinischen Themen ständig wiederholt werden, haben sie noch lange keine
wissenschaftliche Grundlage. Mediziner der Universität von Indiana haben nun
im "British Medical Journal" einige solche Vorurteile unter die
Lupe genommen. Dabei haben sie festgestellt, dass diese Mythen entweder nie
bewiesen wurden oder nachweislich falsch sind.
Benutzen wir unser ganzes Gehirn?
So gibt es etwa keine Indizien
dafür, dass Menschen nur zehn Prozent ihres Gehirns nutzen. Ganz im
Gegenteil: Studien an Menschen mit Hirnverletzungen deuten darauf hin, dass
so ziemlich jedes Hirnareal bestimmte Funktionen erfüllt. Bildgebende
Verfahren zeigen außerdem, dass kein Hirnteil gänzlich brach liegt.
Wachsen Nägel nach dem Tod weiter?
Auch den Glauben, dass
Haare und Nägel nach dem Tod eines Menschen weiter wachsen, verweisen die
Forscher ins Reich der Mythen. Möglicherweise sei der Ursprung davon eine
optische Täuschung - verursacht dadurch, dass die trocknende Haut nach dem
Tod einschrumpelt und die Nägel dadurch weiter hervorzustehen scheinen.
Rasieren führt zu stärkerem Haarwuchs?
Unzutreffend
ist überdies die Vermutung, häufiges Rasieren führe zu einem stärkeren
Haarwuchs. Dahinter steckt vermutlich die Beobachtung, dass die
beschnittenen Haarstoppel dicker erscheinen als die natürlichen feinen
Haarenden.
Lesen bei Kerzenlicht schädlich?
Auch wer bei Kerzenschein
liest, muss den Medizinern zufolge nicht unbedingt um seine Sehkraft bangen.
Zwar könne das Lesen im schummrigen Licht die Augen anstrengen, schreiben
sie. Aber nach einer kurzen Ruhephase sehen die Augen wieder so gut wie
vorher.
Wasser trinken doch nicht so gesund?
Soll man mindestens acht
Gläser Wasser pro Tag trinken. Laut den Autoren gebe es keinerlei
Untersuchungen oder Anhaltspunkte, die diesen Ratschlag belegen. Die
einzigen Studien in diesem Zusammenhang zeigen, dass eine ausreichende
Flüssigkeitszufuhr bei einem "normalen" Konsum von
Nahrungsmitteln von Gemüse oder Obst bis zu Saft, Tee und Kaffee
gewährleistet ist. Zuviel Trinken kann im Gegensatz dazu auch gefährlich
sein, unter Umständen - bei einer Hyperhydration oder Wasserergiftung -
sogar lebensbedrohlich, das sei zumindest erwiesen.
Sind Handys gefährlich?
Auch die letzten zwei untersuchten
Behauptungen entpuppten sich als unwahr: Der Genuss von Truthahn mache
schläfrig. Und Mobiltelefone könnten im Krankenhaus gefährlich sein. Selbst
lange Testreihen konnten nur minimale Interferenzen der Handys mit
medizinischen Geräten feststellen.
Durchklicken! Das sind die 7 Medizin-Mythen: