19. Jänner 2010 10:12
Skifahren kann für Menschen ab 50 ein optimales Fitness-Training
sein, wenn es richtig betrieben wird. Das ergab eine Studie der Universität
Salzburg, die Erich Müller, der Leiter des Fachbereichs Sport- und
Bewegungswissenschaft, diese Woche im Pinzgau präsentiert hat. Abhängig vom
Fahrstil, der Geschwindigkeit, der Kondition und der Piste werde das
Herz-Kreislauf-System trainiert, der Fettstoffwechsel angekurbelt und die
Koordination gefördert. Außerdem tut man der Psyche etwas Gutes.
Ausdauertraining
Fährt man auf flachen Pisten, so trainiert man
die Ausdauer und verbrennt in erster Linie Fett. Auf steilen Pisten hingegen
steigt die Anstrengung und die Kraft wird trainiert. Legt man während dieser
Fahrten mehrere Pausen ein, so gleicht dies einem Intervalltraining, welches
das Schlagvolumen des Herzens positiv fördert. "Gegen Osteoporose
ist eine intensive Kraftbeanspruchung beispielsweise sehr gut", so
Müller. Durch Ausdauertraining kann zudem der Blutdruck gesenkt werden, was
wiederum das Sterblichkeitsrisiko immens senkt.
Wer nun vermutet, dass viele Pausen und das Liftfahren kontraproduktiv sind,
der irrt: "Auch während der Pausen ist die Herzfrequenz relativ hoch,
so befindet man sich in Summe mindestens 60 Minuten während eines Skitages
in der optimalen Herzfrequenz", konstatierte der Studienleiter.
Auch Spaß muss sein
Der Pistenspaß auf zwei Brettln fördert
jedoch nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern bereitet auch viel
Freude, wie die Studienergebnisse zeigen. Mehr als 70 Prozent der knapp 400
Befragten fahren unter anderem wegen des Naturerlebnisses und des
Bewegungsgefühls Ski. Dabei die Idealfigur zu erreichen, spielt lediglich
eine untergeordnete Rolle. "Unruhig, gereizt, niedergeschlagen oder
erschöpft war während des Skitages kaum einer der Probanden",
bestätigte der Studienleiter. "Zudem überstieg die Belastung
während der dreieinhalb Stunden bei niemandem den etwas anstrengenden
Bereich." Durch die körperliche Beanspruchung schüttet der Körper
eigene Opiate, also Glückshormone aus, wodurch wiederum das Auftreten von
Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen deutlich reduziert werden
kann.
Das Forschungsprojekt ergab zudem, dass die Beschwerden, die viele Menschen
im Alltag hatten, während dem Skifahren signifikant zurückgingen. Nur 15
Prozent der Befragten klagten über Beschwerden während des Sports. Da die
Verletzungsgefahr beim Skifahren im Vergleich zu anderen Sportarten nicht
unterschätzt werden darf, sind Aufwärmübungen vor allem für die Schultern,
Knie und die Hüfte aber trotzdem unerlässlich.