19. November 2008 10:47
Ob im Beruf oder privat: Immer mehr Menschen sind steigenden Anforderungen
ausgesetzt und spüren den stetigen Druck auf ihre Energiereserven.
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bereits jeder Zehnte in Österreich
ausgepowert und überlastet fühlt. Wer nicht rechtzeitig die Notbremse zieht,
spielt mit seiner Gesundheit. Denn zu viel Stress und Arbeit, zu wenig
Erholung und Schlaf führen früher oder später zum Burn-Out. Was mit
Lustlosigkeit und permanenter Erschöpfung beginnt, kann sich leicht zu
schweren Depressionen oder psychosomatischen Erkrankungen steigern.
Alarmierende Studienergebnisse
1.000 Personen aus dem
Gesundheits- und Sozialbereich beteiligten sich im Jahr 2007 an der
Burnout-Studie der GPA-djp. Das Ergebnis: 29% der Befragten gelten als stark
belastet durch emotionale Erschöpfung. Das Risikopotential für Burnout
aufgrund von Depersonalisierung und Entpersönlichung beträgt über ein
Drittel. Mehr als die Hälfte gab bei der Frage nach der persönlichen
Erfüllung an, mittel bis stark belastet zu sein. Über 20% der Beschäftigten
gehören zur Gruppe mit dem höchsten Risiko, ein Burnout-Syndrom zu
entwickeln.
Burnout-Gefahr in allen Branchen
Angehörige von Berufen im
Sozial- und Gesundheitsbereich sowie Lehrer und Lehrerinnen gelten schon
seit vielen Jahren besonders gefährdet. Aber auch Angestellte im
Dienstleistungssektor mit hohem Kundenkontakt, wie Banken, Polizei etc.
sowie ManagerInnen und Führungskräfte aller Branchen sind immer öfter von
Burnout betroffen. "Werden ManagerInnen mit der Skala der
Burnout-Symptome konfrontiert, sind sie meist überrascht, wie weit sie sich
bereits im bedenklichen Bereich befinden", beschreibt ÖVS-Vorsitzender
Wolfgang Knopf aus der Begleitung von Führungskräften.
Burnoutpräventions-Uhr
Die österreichische Vereinigung für
Supervision, ÖVS, und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck,
Journalismus, Papier, GPA-djp, stellten die "Burnoutpräventions-Uhr"
vor. Wie in einem Hamsterrad? Aus dem Gleichgewicht? Warum arbeiten? Nichts
wie weg? Wo, wer, was bin ich? Ausgebrannt? - mit diesem sechs Fragen hilft
die Burnoutpräventions-Uhr dabei, erste Anzeichen und Warnsignale bei sich
selbst und an anderen zu erkennen. Die Uhr besteht aus zwei drehbaren
Scheiben mit sechs Symptomen und Lösungshinweisen, die stressgeplagten
Personen zeigen, wie sie sich vor dem Ausbrennen schützen können. "Burnout
entsteht nicht von heute auf morgen und hat auch nicht nur eine Ursache.
Wichtig ist, auf allen Ebenen zu achten, wie man präventive und nachhaltige
Maßnahmen zur Burnoutprävention setzen kann. Supervision und Coaching sind
ein wesentliches Instrument um Menschen dabei zu unterstützen",
erläutert Elisabeth Sechser, Vorstandsmitglied der ÖVS, die die
Burnoutpräventions-Uhr federführend entwickelt hat. Die
Burnoutpräventions-Uhr wird bis Ende November allen GPA-djp-Mitgliedern,
Betriebsräten, SupervisorInnen und Coaches angeboten. Unter office@oevs.or.at
bzw. der Telefonnummer 01/5330822 kann die Burnoutpräventions-Uhr bestellt
werden.
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Die besten Tipps
1. Selektieren
Vermeiden Sie Störreize,
entscheiden Sie selbst, was Sie wahrnehmen wollen und sollen. Leben Sie
bewusst und mit allen Sinnen!
2. Positivere Gedanken hegen
Hilfreich ist, universal
einsetzbare Sätze oder Worte zu trainieren, damit Sie statt Alarmreaktion
Gelassenheit bewahren.
3. Die Zeit sinnvoll nutzen
Zeitmanagement heißt, sich seine
Aufgaben realistisch einzuteilen. Dabei sollte man lediglich 60 Prozent des
vorhandenen Zeitraums verplanen und 40 Prozent für die vielen
unvorhergesehenen Aufgaben Freiraum lassen.
4. Beziehungen pflegen
Aus positiven Beziehungen können wir
Kraft schöpfen, unsere sozialen Netze fangen uns auf und stützen uns. Wir
sollten sowohl im Berufsleben als auch beim Ausgleich gesundheitsförderliche
Verbesserungen einleiten. Ein gesunder Lebensstil, der auch die
Psychohygiene berücksichtigt, lohnt sich!
Foto: (c) sxc