So erkennen Sie eine Blutvergiftung

Sepsis

So erkennen Sie eine Blutvergiftung

Kleine Wunden können oft eine fatale Wirkung haben. Die Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, ist nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Das schreibt das Nachrichtenportal t-online.de. Jedes Jahr erkranken daran mehr als 150.000 Menschen, die Hälfte davon stirbt.

Vor wenigen Tagen wurde ein besonders dramatischer Fall einer Blutvergiftung bekannt. Für eine Oberösterreicherin endete der Spanien-Urlaub tödlich. Die junge Frau starb an einer Sepsis. Die junge Frau hatte sich am Strand vermutlich eine Mikroverletzung zugezogen. Dadurch sind die Bakterien auch in ihr Blut gelangt. Da die Frau auch chronisch krank war, hat sie auch eine starke Abwehrschwäche entwickelt. Und das führte in Kombination mit der Infektion zum Tod. Auch bei der verstorbenen TV-Moderatorin Ilona Christen wurde als Todesursache eine Sepsis festgestellt. Doch warum ist die Blutvergiftung so gefährlich und woran erkennt man sie?

Organversagen
Zu einer Blutvergiftung kommt es, wenn Bakterien über offene Wunden in den Körper gelangen. Die Haut entzündet sich. Wird die Infektion nicht richtig behandelt, breitet sich das Gift der Keime über die Blutbahn aus und erfasst nach und nach alle Organe. Dadurch verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung der Organe und lebensnotwendige Funktionen können nicht mehr aufrechterhalten werden. In wenigen Stunden kann es zu einem Versagen von Niere, Lunge, Leber und Kreislauf kommen. Bei der Hälfte der Erkrankten führt dies zum Tod.

Auslöser
Eine Blutvergiftung kann verschiedene Ursachen haben. Jede Infektion mit Bakterien oder Pilzen kann zu einer Sepsis führen. Bei mehr als der Häfte der Betroffenen ist die Krankheitsursache eine Entzündung der Lunge oder des Bauchraums. Aber auch andere Krankheitsherde wie kleine Verletzungen, Schürfwunden oder Verbrennungen können eine Blutvergiftung auslösen. Die Gefahr ist besonders für Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem groß. Vorbeugen kann man einer Sepsis nicht, deshalb ist es wichtig, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt und richtig behandelt wird.

Symptome
Oft ähneln die Symptome einer Grippe, daher wird eine Sepsis häufig erst zu spät erkannt. Der Erkrankte hat Fieber, atmet schnell und fühlt sich matt. Kommen Bewusstseinsveränderungen, Atemnot und Herzrasen hinzu, ist eine Sepsis wahrscheinlich. Nachweisen lässt sich eine Blutvergiftung mit einem Bluttest. Eine wesentliche Therapieform ist die Behandlung mit Antibiotika.

Irrglauben
In der Bevölkerung hält sich ein Gerücht hartnäckig, nämlich dass das erste sichtbare Anzeichen einer beginnenden bzw. fortschreitenden Blutvergiftung ein roter Streifen sei, der sich kontinuierlich Richtung Herzen ausbreitet. Den viel zitierten "roten Streifen" gibt es zwar, doch handelt es sich dabei nicht um eine Sepsis, sondern um eine Entzündung der Lymphbahnen.

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