02. Oktober 2009 08:19
Die Tage werden kürzer. Unser Körper muss sich umstellen - auf die dunklere,
kühlere Jahreszeit. Vielen Menschen bereitet diese Umstellung große
Schwierigkeiten, denn oft bringt sie auch einen Stimmungswandel
mit sich: Aus Sommerlaune wird ein "Herbstblues";
einige Menschen rutschen sogar in eine Depression,
die ärztlich behandelt werden muss.
Herbstblues
Symptome sind verminderter Antrieb, Konzentrations-
und Aufmerksamkeitsstörungen, Schuldgefühle, Schlafbedürfnis, Heißhunger auf
Kohlenhydrate und Schokolade sowie eine negative Sicht auf die Zukunft. Bei
schweren Depressionen können Suizidgedanken auftreten.
Licht, Bewegung, Ernährung
Mit einer Reihe von Maßnahmen
kann einer Winterdepression vorgebeugt werden. Die entscheidenden Faktoren
sind Licht, Bewegung und Ernährung. "Halten Sie sich möglichst jeden Tag
mindestens 30 bis 60 Minuten im Freien auf", rät Prof. Dr. med. Andreas
Broocks, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an den
Helios Kliniken Schwerin. Denn ein bewölkter Wintertag bietet immer noch
mehr Lichteinheiten als eine normale Zimmerbeleuchtung. Lichttherapiegeräte
können einen guten Start in den Tag ebenfalls unterstützen.
Abwechlungsreiche Ernährung
Des Weiteren hat Sport
vorbeugende Effekte gegen depressive Störungen, da er den
Serotonin-Stoffwechsel im Gehirn stimuliert, also stimmungsaufhellend wirkt.
Die Ernährung sollte abwechslungsreich und vollwertig sein und ausreichend
Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese sind z. B. in Seefisch, Oliven, Wallnuss
und Distelöl enthalten.
Gutes gönnen
"Darüber hinaus sollte man sich - gerade wenn
man hart arbeiten muss - jeden Tag etwas Gutes gönnen", sagt Prof. Broocks.
"Wer jetzt sofort an das abendliche 'Gläschen' denkt, muss wissen, dass sich
Alkohol nachteilig auf die Schlafstruktur auswirkt und insbesondere Menschen
schadet, bei denen schon depressive Symptome bestehen." Ansonsten sei gegen
das eine Gläschen nichts einzuwenden.