14. November 2008 09:50
Bei der Untersuchung ihrer Patienten sollten Ärzte vor allem auf die
Fettpolster um die Taille achten. Denn gerade dieses Bauchfett
beeinträchtigt die Lebenserwartung deutlich, wie eine große europäische
Studie zeigt. Demnach erhöht ein weiter Bauchumfang selbst bei Menschen mit
normalem Körpergewicht die Wahrscheinlichkeit für einen frühen Tod um fast
das Doppelte.
Steigt der Bauchumfang, steigt auch die Sterblichkeit
Die
Wissenschafter des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in
Potsdam und des Londoner Imperial College beobachteten die Entwicklung von
fast 360.000 Menschen aus mehreren europäischen Ländern über einen Zeitraum
von zehn Jahren. Resultat: Je weiter die Taille, desto größer die Gefährdung
der Menschen. Stieg der Bauchumfang um fünf Zentimeter, so nahm die
Sterblichkeit bei Männern um 17 und bei Frauen um 13 Prozent zu.
Die Teilnehmer mit weiter Taille - Männer über 120, Frauen über 100
Zentimeter - hatten während der zehn Jahre eine etwa doppelt so hohe
Mortalität wie die schlanken Personen - also Männer unter 80, Frauen unter
65 Zentimetern.
Bauchfett ist besonders stoffwechselaktiv
Die Forscher erklären
dies im "New England Journal of Medicine" damit, dass das Bauchfett
besonders stoffwechselaktiv ist und etwa die Bildung von Hormonen und
entzündungsfördernden Substanzen anrege. Dies verstärke die Neigung zu
chronischen Leiden wie Herzerkrankungen oder Krebs. "Wenn man eine weite
Taille hat, sollte man das tägliche Bewegungspensum steigern, exzessiven
Alkoholgenuss vermeiden und die Ernährung verbessern", rät der Londoner
Forscher Elio Riboli.
Allerdings spielte auch der Körper-Masse-Index (BMI), also das Verhältnis
von Gewicht zu Körpergröße, eine Rolle. Am günstigsten war bei Männern ein
BMI von 25,3, bei Frauen von 24,3.