30. März 2009 11:57
Der Frühlingsbeginn ist traditionell für Hobbysportler auch der Start in die
Laufsaison. Sie beginnen nun mit dem Training, viele auch mit dem Ziel vor
Augen, bei einem zu Marathon starten. Wer aber an so einer Veranstaltung
teilnehmen will, muss ein gezieltes, ausgeklügeltes Trainingsprogramm
absolvieren. Andernfalls wird die 42,195 Kilometer lange Strecke nicht nur
zur Qual, sondern birgt auch Risiken. "Schädigungen des Bewegungsapparates
können die Folge sein", weiß der Wiener Sportmediziner Christian Gäbler.
Früher Trainingsbeginn
Besonders wichtig ist ein ausreichend
früher Trainingsbeginn. Im Prinzip sollte man bis zum Wettbewerb mindestens
sechs Monate trainiert haben. "Das Herz-Kreislaufsystem, der Gelenks- und
Stützapparat und der Fettstoffwechsel müssen sich an die Belastung
gewöhnen", erklärte Gäbler. Wer noch überhaupt noch nie Laufeinheiten
absolviert hat, für den schaut es allerdings schlecht aus mit einem
Marathonstart im Frühling.
Ermüdungsbrüche
"Unter diesen Umständen kann der Lauf
und die plötzliche Vorbereitung darauf gefährlich und schädlich sein", rät
Gäbler zur Vorsicht. Es drohen Ermüdungsbrüche der Knochen oder
Überlastungsschäden an Sehnen und Gelenken. Wenigtrainierte sollten sich
lieber auf einen Herbstmarathon konzentrieren und ein vernünftiges,
langsames Aufbauprogramm über das Frühjahr machen. Dazu Gäblers Tipp: Vier
bis fünf Stunden laufen aufgeteilt auf drei bis fünf Einheiten pro Woche.
Das Pensum sollte kontinuierlich gesteigert und auf Regenerationsphasen
nicht vergessen werden.
Optimales Training
Drei Dinge sind für das optimale Training
besonders wichtig: Langsamkeit, Konsequenz und Regelmäßigkeit. Für einen
Marathon muss die Grundlagenausdauer und der Fettstoffwechsel stimmen. Beide
werden mit langsamen, dafür aber sehr langen Läufen trainiert. Weiters ist
es wichtig, konsequent und regelmäßig zu sporteln. "Es ist sinnlos zweimal
pro Woche mehrere Stunden zu laufen und die restliche Zeit nichts zu tun",
so Gäbler.
No-Gos
Zu schnelles Laufen, Laufen mit Verletzungen sowie
Schlafmangel gehören zu den absoluten sportlichen "No-Gos". Durch zu
schnelles Laufen wird die Ausdauer nicht trainiert. "Beim Marathon ist dann
sehr schnell die Luft draußen", weiß Gäbler. Weiters rät er zu einer
Bettruhe vor 23.00 Uhr, da zu diese Zeit der Ausstoß an Wachstumshormonen am
größten ist. Diese braucht der Körper zur Muskelregeneration und zum -aufbau.
Richtige Ernährung
Auch die Ernährung muss in der
Trainingszeit umgestellt werden. Auf dem Teller sollten Kohlenhydrate,
Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente (vor allem Kalium) landen. "Viele Läufer
haben einen Heißhunger auf Obst und Gemüse", weiß Gäbler aus der Praxis.
Fettreiche Speisen sowie Alkohol sollten gemieden werden. Im eigenen
Ermessen der Sportler liege es, ob vor dem Training etwas gegessen werde
oder nicht, so der Mediziner.
Ausdauertraining
Das Marathontraining ist ein Ausdauertraining,
das laut Gäbler die Lebenserwartung signifikant steigern kann. Das sei
wissenschaftlich erweisen. Der Grund: Durch konsequentes Ausdauertraining
sinke das Risiko unter anderem für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Hirnschlag,
Diabetes und Krebs deutlich. Zusätzlich erhöht Sport die
Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Grundsätzlich kann jeder gesunde
Mensch ein Marathonläufer werden - mehr noch: "Viele kranke Menschen werden
durch das Training gesund", weiß Gäbler.