20. November 2009 09:18
Wenn Menschen ihr Essen genießen, haben sie eine bessere Figur. Fast die
Hälfte (47 Prozent) der Genießer in Österreich hat Normalgewicht. Das ergab
die am 19. November in Wien vorgestellte Studie zum Genussbarometer des
"forums-ernährung heute".
Gute Figur
Dahingehend können sich nur jeweils 38 Prozent der
Genusszweifler und der Genussunfähigen über eine gute
Figur freuen. Vielmehr sind unter den Genussunfähigen mit 17 Prozent die
meisten Adipösen, im Vergleich zu 15 Prozent bei den Genusszweiflern und elf
Prozent bei den Genießern.
Keine Diät
Der Grund: Genießer halten seltener Diät. Nur
zehn Prozent der Genießer, 13 Prozent der Genusszweifler und 15 Prozent der
Genussunfähigen gehören zu den Fastenden. Die Daten bestätigen auch, dass
mit zunehmender Diätfrequenz das Körpergewicht steigt: 22 Prozent der
Adipösen und 15 Prozent der Übergewichtigen
halten im Vergleich zu neun Prozent der Normalgewichtigen häufig oder
ständig Diät.
Frauen und Adipöse verzichten häufiger auf bestimmte Speisen. 44 Prozent der
Frauen und 53 Prozent der Adipösen lassen bewusst manche Gerichte fast
täglich bis mehrmals in der Woche aus, während das nur 30 Prozent der Männer
und 34 Prozent der Normalgewichtigen tun. Insgesamt lassen 37 Prozent fast
täglich bis mehrmals in der Woche bestimmte Speisen oder Getränke aus
unterschiedlichen Gründen aus. Bei den Hauptmahlzeiten verzichten Adipöse
deutlich öfter auf das Frühstück als Normalgewichtige und deutlich öfter
aufs Mittagessen als Übergewichtige.
Hunger oder Stressbewältigung?
Anlässe zum Essen gibt es
viele - und warum wir essen, hat verschiedene Gründe: Manchmal ist es
schlicht und einfach der Hunger, oft stecken emotionale Motive wie Freude
und Vergnügen aber auch Stressbewältigung, Trauer oder Frustration dahinter.
Unter den Befragten essen deutlich mehr Frauen als Männer und mehr Adipöse
als Normal- oder Übergewichtige, weil sie traurig, gestresst oder frustriert
sind. Gleichzeitig sind Menschen, die mit Essen positive Emotionen
verknüpfen, eher normalgewichtig und vom Typ her "Genießer".
Die Ergebnisse des Genussbarometers legen nahe, dass Genießer ein
entspannteres Verhältnis zum Essen haben und mit gesellschaftlichem und
emotionalem Druck besser umgehen können. Sie lassen ihr Essverhalten weniger
von äußeren Faktoren beeinflussen: Sie essen deutlich häufiger, "weil sie
Hunger haben" (47 Prozent versus 30 Prozent Genusszweifler, 17 Prozent
Genussunfähige), "weil ihnen Essen Vergnügen bereitet" (37 Prozent versus 15
Prozent und elf Prozent) und "weil es schön ist, mit anderen Menschen zu
essen" (33 Prozent versus jeweils 13 Prozent). Genussunfähige essen dagegen
signifikant häufiger als Genießer, "wenn etwas zu essen da ist".
Genießer essen im Vergleich zu Genussunfähigen deutlich häufiger Schinken,
Fleisch und Wurst sowie Schokolade und Pralinen, sie trinken auch weitaus
mehr Wasser und Obstsäfte.
Gelüsten nachgeben
"Oft ist es besser, seinen Gelüsten
nachzugeben und den Gusto mit kleinen Happen zu stillen, als dann mit
Heißhunger Unmengen zu verschlingen. So zeigen auch unsere Daten im
Genussbarometer, dass die Schlanken am häufigsten naschen - 30 Prozent
greifen fast täglich zu Süßem. Das tun umgekehrt nur 14 Prozent der
Übergewichtigen und 19 Prozent der Adipösen", so Marlies Gruber von
"forum-ernährung heute".