15. Jänner 2008 11:43
Zwei bis drei grippale Infekte erwischt ein Erwachsener im Schnitt pro Jahr
– die meisten davon im Winter. „Der Grund dafür ist selten die Kälte selbst,
sondern die mangelnde Abhärtung unseres Immunsystems“, erklärt Medizinerin
Doris Gapp vom Wiener Institut Woman and Health.
Typgerecht
Und: Nicht jeder reagiert auf Erkältungen gleich.
„Während die einen den Infekt mit Medikamenten unterdrücken, weigern sich
andere, einen Gang zurückzuschalten“, weiß Gapp. Freilich: Beide Strategien
sind nicht empfehlenswert und bergen gesundheitliche Risiken. Wir haben
daher ein besonderes Service für Sie: Ermitteln Sie mit Hilfe eines simplen
Tests Ihren Erkältungs-Typ und lesen Sie auf der nächsten Seite, welche
Maßnahmen für Sie am besten sind. Plus: Wie Sie mit dem „Gesund in sechs
Tagen“-Plan ganz schnell wieder fit werden!
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Der Test: Wie reagieren Sie auf Infekte? Beantworten Sie
die Fragen und addieren Sie danach die Punkte-Zahl. Die Auswertung
des Tests finden Sie auf der nächsten Seite.
1. Wenn um mich herum viele Leute erkältet sind,
a) ist mir das egal. Ich kümmere mich nicht darum.(10 Pkt) b)
nehme ich sicherheitshalber Vitamintabletten.(6 Pkt.) c)
steigere ich meine Zufuhr an Bio-Obst und Gemüse.(4 Pkt.) d)
wasche ich mir stündlich die Hände mit heißem Wasser. (2 Pkt.)
2. Sobald ich Symptome einer Erkältung spüre,
a) laufe ich in die Apotheke und hole Medikamente.(8 Pkt). b)
gehe ich zum Arzt oder informiere mich im Internet.(2 Pkt.) c)
ignoriere ich sie, weil sowieso nichts dagegen hilft.(10 Pkt.) d)
wende ich Hausmittel wie ein heißes Fußbad an. (4 Pkt.)
3. Wenn die Erkältung nicht besser wird,
a) bleibe ich zu Hause im Bett und sage alle Termine ab. (2 Pkt.) b)
versuche ich, mir mit Pflanzenpräparaten zu helfen. (4 Pkt.) c)
gehe ich erst zum Arzt, wenn es gar nicht anders geht. (10 Pkt.) d)
lasse ich mir ein starkes Medikament verschreiben. (8 Pkt.)
4. Wenn ich zur Erkältung auch Fieber bekomme,
a) arbeite ich so lange weiter, bis ich nicht mehr kann. (10 Pkt.) b)
nehme ich ein fiebersenkendes Medikament. (8 Pkt.) c) mache ich
mir einen Wadenwickel mit Essig. (4 Pkt.) d) habe ich Angst,
eine Grippe erwischt zu haben. (2 Pkt.)
5. Die Ratschläge meines Arztes
a) befolge ich nur, wenn er mir Naturheilmittel empfiehlt. (4 Pkt.) b)
sind mir meist zu lasch. Ich bitte ihn um Effizienteres. (8 Pkt.) c)
kenne ich nicht. Ein Schnupfen ist doch keine Krankheit! (10 Pkt.) d)
befolge ich genau. Hoffentlich hat er nichts übersehen! (2 Pkt.)
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Nächste Seite: Die Test-Auswertung
Bis 10 Punkte: Die Ängstliche
Sie achten auf jedes noch so
kleine Krankheitszeichen und sind extrem besorgt um Ihre Gesundheit. Damit
tun Sie sich aber nichts Gutes: Wer sich ständig mit seinen (eingebildeten)
Leiden beschäftigt, setzt sich unter Stress – und schwächt damit erst recht
die Immunabwehr.
Richtige Strategie
Versuchen Sie, Ihrem Körper und seinen
Selbstheilungskräften mehr Vertrauen zu schenken. Denken Sie dabei auch an
überstandene Infekte: Meist war die Angst davor größer als die tatsächliche
Krankheit. „Auch übertriebene Sorgen können das Immunsystem schwächen“, so
Gapp. Freude und eine optimistische Lebenseinstellung hingegen halten auch
die Abwehrzellen intakt.
Gesund-Tipp
Wahrscheinlich sind Sie ohnehin bereits eine
Expertin in Sachen Gesundheit. Bedenken Sie: Weniger ist oft mehr. Bevor Sie
also sämtliche Therapien in Erwägung ziehen, sollten Sie darauf achten, dass
die Basis stimmt: „Mit ausgewogener Ernährung, viel Schlaf und Spaziergängen
an der frischen Luft wappnen Sie Ihren Organismus optimal gegen
Viren-Attacken“, rät Gapp. Gesundheit kann man auch visualisieren: Stellen
Sie sich mit geschlossenen Augen vor, wie Sie vor Kraft und Energie
strotzen. Täglich öfter wiederholen!
11 bis 24 Punkte: Die Natürliche
Hauptsache natürlich! Sie
vertrauen auf Hausmittel und Pflanzenarzneien. Chemischen Medikamenten und
Antibiotika stehen Sie kritisch gegenüber. Das ist grundsätzlich okay –
allerdings müssen Sie ein paar wichtige Infos beachten!
Die richtige Strategie
Es spricht nichts gegen die „grüne
Medizin“. Wenn sich die Beschwerden jedoch verschlimmern oder nach drei
Tagen keine Besserung eintritt, sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat zu
Hilfe ziehen – und diesen auch befolgen! „Manchmal sind Antibiotika
notwendig, um Komplikationen durch die Ausbreitung einer bakteriellen
Infektion zu vermeiden“, weiß Ärztin Doris Gapp. Auch wenn Sie Impfungen
kritisch gegenüber stehen: „Für Personen über 60, Raucher oder Schwangere
ist die Grippeimpfung empfehlenswert“, so Gapp.
Gesund-Tipp
Auch pflanzliche Präparate sind nicht immer harmlos:
Beachten Sie mögliche Nebenwirkungen am Beipacktext. Und: Kaufen Sie
Pflanzenmittel nur in Apotheken: Tees, Tabletten oder Tropfen aus dem
Reformhaus enthalten oft zu wenig Wirkstoffe.
24-40 Punkte: Die Ungeduldige
Das Wichtigste für Sie ist:
Möglichst schnell wieder gesund werden! Absolut verständlich. Dennoch
sollten Sie nicht vorschnell zu Tabletten greifen: Wer die Symptome immer
gleich medikamentös unterdrückt, packt das Übel nicht an der Wurzel.
Die richtige Strategie
Eine Pille gegen Kopfweh, Tabletten gegen
Halsschmerzen: Schießen Sie nicht mit Kanonen auf Spatzen! Versuchen Sie
zunächst einmal, den Körper mit sanften Methoden wieder auf Vordermann zu
bringen. Vorsicht auch, wenn Sie zu viele Medikamente schlucken: „Ein Mix
aus verschiedenen Substanzen kann zu gefährlichen Wechselwirkungen führen“,
warnt Expertin Gapp. Auch Antibiotika sind nicht immer der schnellste Weg
zum Ziel: Gegen Viren – die Hauptverursacher von Erkältungskrankheiten –
können sie gar nichts ausrichten. Sie wirken nur gegen Bakterien.
Gesund-Tipp
Unterdrücken Sie Fieber bis zu einer Temperatur von
39° Celsius nicht mit Medikamenten! Fieber erhöht auf natürliche Weise die
Widerstandskraft des Körpers.
41 und mehr Punkte: Die Standhafte
Wenn andere längst im Bett
liegen, gehen Sie immer noch zur Arbeit. Damit schaden Sie sich selbst – und
Ihren Kollegen. Ihr Standard-Satz lautet: „Ich bin doch gar nicht krank!“
Verdrängte Infekte können jedoch sehr gefährlich werden!
Die richtige Strategie
Eine Erkältung ist für Sie noch lange
keine Krankheit. Dennoch sind grippale Infekte keineswegs immer harmlos.
„Wenn sie nicht auskuriert werden, können die auslösenden Viren durch die
Blutbahn zum Beispiel in den Herzmuskel wandern und ihn entzünden“, erklärt
Medizinerin Gapp. Diese so genannte Myokarditis macht zunächst keine
Beschwerden. Gapp: „Erst einige Zeit nach dem Infekt fühlt man sich
erschöpft und ausge-laugt, hinzu kommen dann oft Symptome wie Herzklopfen
oder -rasen. Spätestens jetzt muss gehandelt werden: Strengste Bettruhe ist
erforderlich.“
Gesund-Tipp
Schalten Sie bei einer Erkältung einen Gang herunter
und gönnen Sie dem Körper eine Auszeit, damit er die Viren bekämpfen kann.
Das heißt: Viel schlafen, früh zu Bett gehen und auf Sport verzichten.
Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass Sie sich nicht zu früh wieder
überanstrengen. Gönnen Sie sich etwas Gutes, wie etwa heiße Bäder
mit ätherischen Ölen.