27. Februar 2008 09:55
Zuerst wurde er hoch gelobt, dann ist er in Verruf geraten und nun wieder
rehabilitiert: Der PSA-Test gehört nicht zu jenen Check-ups, die Männer
präferieren, er kann aber nach Ansicht der meisten Ärzte lebensrettend sein.
PSA ist ein Eiweiß mit einem Zuckeranteil und wird ausschließlich von Zellen
der Prostata freigesetzt. Krebszellen produzieren die zehnfache Menge davon.
Der PSA gilt daher der wichtigste Tumormarker bei Prostatakrebs. Die
PSA-Konzentration kann aber auch bei Prostata-Entzündung sowie bei
gutartiger Vergrößerung der Vorsteherdrüse erhöht sein. Der PSA-Wert wird
aus dem Blut bestimmt, wobei der Grenzwert schwer festzulegen ist. Lange
Zeit galt ein PSA-Wert über 4 als bedenklich.
Neue Erkenntnis
Doch nun denken Mediziner um. „Bei der
Überwachung des PSA-Tests ist nicht so sehr der absolute Wert wesentlich,
sondern der Anstieg des PSA“, erklärt Internist Siegfried Meryn. Ein rascher
Anstieg des PSA im Blut könnte auf eine krankhafte Veränderung der Prostata
hindeuten. Die Österreichische Krebshilfe rät daher – ungeachtet aller
Diskussionen um den Test – zum PSA-Check ab dem 45. Lebensjahr.
Testosteron
Als Risikofaktor für Prostata-Karzinom kam die
Hormonersatztherapie in die Schlagzeilen. Doch auch hier gibt es unter den
Medizinern ein Umdenken. Meryn: „Wir wissen heute, dass die Einnahme von
Testosteron in physiologischen Dosen nicht zum Prostata-Karzinom führt.“ Das
männliche Sexualhormon nimmt mit zunehmendem Alter ab: Testosteronmangel
kann zu nachlassender Libido und verringerte Leistungsfähigkeit führen und
fördert die Gewichtszunahme. Mit der Hormonersatztherapie können „männliche
Wechseljahre“ gebremst werden.
Sex und Vitamine
Die Prostata liegt am Ausgang der Blase und
umgibt den ersten Teil der Harnröhre. Bei 80 Prozent der über 45-Jährigen
ist die Prostata vergrößert. Der Konsum von täglich 50 mg Vitamin E plus 200
Mikrogramm Selen beugt Prostataleiden vor. Auch Kürbiskerne und Sojabohnen
haben günstigen Einfluss. Die Vorsteherdrüse liebt aber auch ein reges
Sexleben: Häufiger Sex durchspült die Drüse.