30. April 2009 07:49
Die Infektion von Menschen mit dem H1N1-Virus hat in den vergangenen Tagen
bereits zu mehreren Todesfällen aber auch leichten Grippe-Infekten bei
Betroffenen geführt. Der Erreger befiel ursprünglich Schweine und sorgt nun
in Form eines Subtyps bei Menschen für Erkrankungen. Ausnahmslos nach
Mexiko-Reisen wiesen Patienten bisher typische Influenza-Symptome wie
Fieber, Husten oder Müdigkeit auf. Im folgenden Antworten der
Generaldirektion für Öffentliche Gesundheit auf zehn wichtige Fragen zum
Thema:
1) Wie gefährlich ist das Virus?
Zur Gefährlichkeit des
Virus kann derzeit noch keine definitive Aussage getroffen werden.
Möglicherweise ausgelöst durch die Übertragung eines H1N1-Erregers vom
Schwein auf den Menschen, ist es in den letzten Wochen im Rahmen einer
humanen Infektionskette dazu gekommen, dass in Mexiko Erkrankungen mit
grippeartigen Symptomen (häufig begleitet mit einer Pneumonie) aufgetreten
sind. Bei einem kleinen Teil der Fälle konnte das neue H1N1-Virus als
Todesursache verifiziert werden. Virusanalysen zeigen, dass der neue
H1N1-Erreger genotypisch Bestandteile eines Schweine-, eines Vogel- und
eines humanen Grippevirus enthält. Damit ist erklärbar, dass bei Infektionen
mit diesem Virus mit neuer Oberflächenstruktur nur wenig Immunabwehr bei
Menschen vorhanden ist. Die WHO hält daher fest, dass das Auftreten dieses
neuen Virus in Mexiko und auch in den USA als "Ereignis von
internationaler Tragweite" einzustufen ist. Warum die Schwere des
Erkrankungsbildes in beiden Ländern unterschiedlich ist, kann zum
derzeitigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Hier laufen weitere
Analysen.
2) Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?
Der
derzeitige saisonale Grippeimpfstoff schützt nicht vor dem H1N1-Virus.
Allgemeine Hygienemaßnahmen senken jedoch die Infektionsmöglichkeit. Dazu
zählen häufiges Händewaschen, das Bedecken von Mund und Nase bei Husten oder
Niesen, die Benutzung von Papiertaschentüchern und das Vermeiden von Kontakt
mit offensichtlich erkrankten Personen.
3) Soll man Reisen in bestimmte Regionen unterlassen, was ist zu
beachten?
Besuchern von Ländern, in denen derzeit die Übertragung
des neuen Grippevirus auftritt, wird geraten, persönliche Vorsichtsmaßnahmen
zu ergreifen, um die Übertragung von Infektionen der Atemwege zu verhüten.
Sollten Reisende Grippesymptome, wie hohes Fieber, Husten oder Atemnot
bemerken, soll sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Großteil der
Betroffenen bestand keinerlei Tierkontakt, so dass eine Mensch-zu-Mensch
Übertragung angenommen werden kann.
4) Wo erhalte ich Schutzmasken, wann soll ich diese tragen?
Derzeit
sind Schutzmasken im spezialisierten Fachhandel erhältlich. Die Preise
richten sich je nach Ausführung, Gebindegröße und Qualität. Für den
persönlichen Schutz sind jedenfalls gut sitzende Masken der Klasse FFP1
ausreichend. Bei Erkrankten helfen auch OP-Masken, um die Streuung
infektiöser Tröpfchen beim Niesen erheblich zu reduzieren. In Österreich ist
eine Benützung im Moment grundsätzlich nicht notwendig.
5) Wann spricht man von einem Verdachtsfall?
Wenn Personen, die
aus einer betroffenen Region kommen, Fieber und eine die Atmung betreffende
Symptomatik aufweisen und innerhalb von sieben Tagen nach Rückkehr Symptome
entwickeln oder nachgewiesen infiziert sind, spricht man von einem
Verdachtsfall. Auch wer engen Kontakt zu solchen Personen hatte, wird als
Verdachtsfall behandelt. Enger Kontakt besteht bei einem Leben im
gemeinsamen Haushalt sowie bei einer Unterbringung im gleichen Kranken- oder
Pflegezimmer, weiters gelten folgende Definitionen:
- Menschen, die einen gemeinsamen Raum teilen oder sich länger als vier
Stunden weniger als einen Meter in der Nähe einer infizierten Person
aufgehalten haben.
- Flugreisende, die in der gleichen oder zwei Reihen
vor oder hinter einer manifest erkrankten Person bei einem Langstreckenflug
gesessen sind.
- Personen, die bei der Entsorgung, Kontakt zu
kontaminiertem Material hatten.
6) Wie kann das Virus nachgewiesen werden?
Test-Ergebnisse
stehen grundsätzlich innerhalb weniger Tage in Abhängigkeit des Probeanfalls
zur Verfügung. Notwendig für Analysen sind in der Regel schmerzfreie
Abstriche im Nasen-Rachenraum. Am sichersten und schnellsten ist eine
gentechnische Analyse, die eine genaue Übereinstimmung mit bekannten
Subtypen feststellen kann. Getestet wird derzeit auch anhand eines
Ausschussverfahrens, bei dem bekannte Erreger - beispielsweise der Influenza
A - Schritt für Schritt als nicht übereinstimmend ausgesondert werden, bis
ein Treffer erzielt wird. Zusätzlich gibt es theoretisch noch eine indirekte
Methode über den Nachweis von Antikörpern im Blut.
7) Was passiert mit einem infizierten Patienten?
Personen unter
Verdacht oder bestätigte Fälle sind zu isolieren. Weiters sind
Hausbehandlung, sofern es der klinische Zustand des Patienten erlaubt, und
eine freiwillige Isolierung in der Wohnung für mindestens sieben Tage ab
Auftreten der Symptomen vorgesehen. Eine Spitalbehandlung gibt es bei
schweren Fällen, samt Unterbringung in Einzelräumen. Gemeinsame Aufenthalte
mit anderen Patienten in Warteräumen soll vermieden werden.
8) Was für eine Bedeutung hat die Warnstufe 5 des Pandemieplans?
Bei
Stufe 5 geht die WHO davon aus, dass die meisten Länder in diesem Stadium
noch nicht betroffen sind. "Die Ausrufung der Phase 5 ist aber ein
starkes Signal, dass eine Pandemie bevorsteht und die Zeit für einen
Abschluss der Organisation und Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen kurz
ist", heißt es in den Erläuterungen.
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Der beste Schutz vor der Schweinegrippe ist penibel auf die Hygiene zu
achten. Denn die Viren überleben 2 Tage lang auf Oberflächen, die nicht
gründlich gesäubert werden. So können Sie sich schützen:
- Richtig Husten und niesen
Hände vor das Gesicht halten reicht
nicht. Noch viel besseren Schutz bietet das Husten in den Ellenbogen (siehe
Bild). Wenden Sie sich trotzdem von Ihrem Gegenüber ab. Benützen Sie
Papiertaschentücher und schmeißen Sie diese gleich danach weg.
- Häufiges Händewaschen
Bis zu 10-mal pro Tag soll man
die Hände reinigen. Benutzen Sie immer lauwarmes Wasser und schäumen Sie
alle Finger und die Zwischenräume für 30 Sekunden ein. Gründlich abspülen.
Ganz wichtig ist das Waschen vor dem Berühren von Lebensmitteln. Am Abend
die Fingernägel mit einer nassen Bürste und Seife reinigen.
- Desinfektion
Es ist ratsam, mehrmals am Tag die Hände zu
desinfizieren. Nehmen Sie sich dazu eine kleine Flasche Alkohol (Ethanol aus
der Apotheke) mit. Wischen Sie mit diesem Mittel auch über Türgriffe,
Tastaturen etc.
- Teilen sie nicht
Alles, was Sie berühren, sollten Sie nicht
mit anderen teilen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr eigenes Kaffeehäferl
haben, nehmen Sie eventuell sogar eigenes Besteck mit.
- Berührung im Gesicht
Jede Berührung im Gesicht kann die
Krankheit übertragen – Keime auf den Fingern können in den Mund, die Nase
oder die Augen gelangen. Achtung auch beim Nägelkauen.
- Bekleidung wechseln
Alle Kleidungsstücke, die direkt an der
Haut ankommen, sollten täglich gewechselt werden. Putzen Sie die Wohnung
regelmäßig und wechseln Sie die Bettwäsche alle zwei Wochen.
- Vorbereitung
Legen Sie einen Vorrat an Grippemasken an und
üben Sie mit Ihren Kindern die Hygienetipps.