Das sind die Kinotipps fürs Wochenende

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Das sind die Kinotipps fürs Wochenende

Sie suchen einen Kinofilm für allein zu zweit oder die ganze Familie? Das sind die österreichischen Kinostarts vom Wochenende des 11.6.

Ein selbstverliebter Dandy: "Das Bildnis des Dorian Gray"
Der narzisstische Dandy Dorian Gray würde seine Seele für die Illusion ewiger Jugend geben: Als er ein Porträt bewundert, das von ihm gemalt wurde, wünscht er sich, sein Abbild möge statt ihm die Last des Alterns übernehmen. Der britische Regisseur Oliver Parker hat die Geschichte des Dorian Grey, basierend auf Oscar Wildes einzigem Roman, jetzt neu verfilmt, und die Produktion ist optisch sehr schön geraten. Was allerdings fehlt, ist die tiefere Bedeutung: Man schaut einem eleganten Bilderbogen zu, der selbst dann ästhetisch wirkt, wenn die düsteren Seiten des Helden und seiner Stadt, des viktorianischen London, gezeigt werden. Doch Parker schafft es nicht, tiefe Emotionen über die Leinwand zu bringen.
Darsteller nicht bei der Sache
Sein Hauptdarsteller Ben Barnes (Die Chroniken von Narnia) gibt einen oberflächlichen Schnösel mit abgründigen Gelüsten. Colin Firth (A Single Man) als Dorians Mentor agiert so abwesend und oberflächlich, wie man es sonst kaum von ihm kennt. Einzig Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona) als junge Liebende, die an Dorian zerbricht, bringt so etwas wie Leidenschaft ins Spiel. Wenn im Fortgang der Geschichte der erotische Reigen zur Tragödie mutiert, wenn Dorian zum Mörder wird, so wirkt das seltsam beiläufig. Der Showdown: Eher eine Szene aus der Geisterbahn als großes Kino.
Das Bildnis des Dorian Gray. GB 2009. 118 Min. Von Oliver Parker. Mit Ben Barnes, Rebecca Hall, Colin Firth.

Tod, Angst und Politik: "Sturm"
Eine Anklägerin am Internationalen Gerichtshof in Den Haag (Kerry Fox) verfolgt einen hohen Offizier der jugoslawischen Armee, der zahlreicher Kriegsverbrechen beschuldigt wird. Doch das Verfahren läuft nicht gut. Ein wichtiger Zeuge wird tot aufgefunden, eine andere Zeugin hat große Angst, vor dem Tribunal auszusagen. Der Film zeigt in kühlem, analytischem Stil, wie schwer es sein kann, Kriegsverbrecher zu überführen – zumal, wenn auch politische Interessen mit im Spiel sind.
Sturm. D/NL 2009. 105 Min. Von Hans-Christian Schmid. Mit Kerry Fox, Rolf Lassgard, Tarik Filipovic.

Berührendes Migranten-Drama: „Ein Sommer in New York“
Was tun, wenn man seine Zweitwohnung aufsperrt – und fremden Menschen begegnet, die dort leben? Das passiert dem Professor und Witwer Walter Vale (Richard Jenkins). Der wirft die Überraschungsgäste, Einwanderer aus Afrika, nicht hinaus, sondern gestattet ihnen, zu bleiben. Und er entdeckt durch die Begegnung selbst das Leben neu, das seit dem Tod seiner Frau wie erstarrt schien. Eine feine Parabel.
Ein Sommer in New York. USA 2008. 104 Min. Von Thomas Mccarthy. Mit Richard Jenkins, Hiam Abbass.

"Tanzträume"
Musikdokumentation. Regisseurin Anne Linsel begleitet eine Produktion von Kontakthof, einem Stück der legendären Choreografin Pina Bausch, am Tanztheater Wuppertal. Das Besondere: Die Tänzer sind keine Profis, sondern 15- bis 18-jährige Jugendliche. Pina Bausch, die 2009 überraschend verstarb, hat hier ihre letzten Filmauftritte.

"Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? "
Wirtschaftsdoku. Der aus Österreich stammende Regisseur Gerhard Friedl beschäftigt sich mit der deutschen Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegszeit. Der bereits 2004 gedrehte Film, der 2005 den Diagonale-Preis gewann, kommt erst jetzt ins ­Kino. Im Zentrum der kapitalismuskritischen Doku stehen Industriedynastien wie Thyssen und Flick oder der Fabrikant Müller-Wipperfürth.

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