Douglas:

Cannes

Douglas: "Wall Street ist Theater"

Michael Douglas und Oliver Stone sind 23 Jahre nach "Wall Street" wieder vereint - und zwar für die mit Spannung erwartete Fortsetzung des Finanzdramas. "Ich denke nicht, dass wir uns amüsiert hätten, wenn der Film nicht dasselbe Thema gehabt hätte", sagte Stone am Freitag, 14.5. bei den Filmfestspielen von Cannes, wo "Wall Street: Money Never Sleeps" am Abend seine Weltpremiere feierte. "Wall Street ist einfach Theater", setzte Douglas nach. Und so blieb der Grundstoff des Films gleich, der an der Croisette im Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wurde.

Finanzkrise
"Die Mutter alles Bösen ist die Spekulation", gibt sich der Finanzhai Gordon Gekko diesmal etwas geläutert. Handelte "Wall Street" noch von den undurchsichtigen und illegalen Geschäften des Milliardärs an der New Yorker Börse, übernahm Oscar-Preisträger Douglas in "Money Never Sleeps" eher die Figur des Antihelden, der versucht, die Finanzkrise zu bewältigen und die Beziehung zu seiner Tochter zu retten und sich mit ihr zu versöhnen. Statt "Gier ist gut" heißt Gekkos Motto nun "Ist Gier gut?", aus dem skrupellosen Feind ist ein Buchautor geworden.

Die Anfangszene des Films zeigt den neuen, alten, nach vielen Jahren endlich aus dem Gefängnis entlassenen Gordon Gekko, der wieder mitmischen will. Hinter Gittern hat er ein Buch geschrieben ("Swimming with the Sharks"), darin wettert er gegen Spekulanten und Hedge-Fonds-Manager. Ausgerechnet im Jahr 2008, Zeitpunkt des neuen Zusammenbruchs der Finanzmärkte, dessen Folgen noch immer zu spüren sind. Trotzdem wird auf Luxus wie ein extravagantes Fundraising-Dinner, wo Börseanfänger wie Jake (Shia LeBeouf) ihr Karriereglück suchen, nicht verzichtet: alles nur vom Feinsten, eine Jazzband spielt, und jeder ist da, der Rang, Namen und ein paar Milliarden zu verwalten hat. "Denken Sie an den Salon der Titanic, ein paar Minuten vor dem Eisberg", sagt Oliver Stone zu Szenen wie dieser in seinem Film.

Gekko erkennt sich in dem jungen, ehrgeizigen Finanzspekulanten Jake wieder, und der ist ausgerechnet der Verlobte seiner Tochter (Carey Mulligan). Die hasst durch ihre Erfahrungen mit ihrem Vater alles, was mit der Wall Street zu tun hat. "Sie will nicht in dieser Welt leben", sagt Mulligan ("An Education"). Schauspieler Josh Brolin, der in Cannes auch in dem neuen Woody Allen Film "You Will Meet A Tall Dark Stranger" zu sehen ist, verstärkt den Cast als Bösewicht Bretton James.

"Menschen lieben diese Geschichten über Macht"
Allen in der Finanzbranche gehe es vor allem um Macht, so der Tenor der Pressekonferenz. "Die Menschen lieben eben diese Geschichten über Macht. Macht verführt Menschen", sagte Douglas, der zuletzt hauptsächlich wegen der Drogen-Affäre um seinen Sohn und nicht wegen seiner schauspielerischen Fähigkeiten in den Schlagzeilen war. "Und natürlich haben wir auch schon alle an der Wall Street investiert", grinste der Schauspielstar. In "Wall Street: Money Never Sleeps" wird die Wall Street porträtiert, hektische Telefonate, das plötzliche durch Spekulationen angeheizte Fallen und Steigen der Börse. Doch am Ende wird vor allem dem Kitsch viel Raum gegeben. Emotionales Happy End inklusive.

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