Elvers spielt umstrittene Riefenstahl

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Elvers spielt umstrittene Riefenstahl

Jenny Elvers-Elbertzhagen soll die umstrittene Regisseurin Leni Riefenstahl in einer internationalen Kinoproduktion spielen. Ihre Agentur Kick Management bestätigte am Freitag, 17.9., einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Die internationale Koproduktion mit dem Arbeitstitel "Angeklagt" soll frühestens 2012 in die Kinos kommen, Namen der Produktionsfirmen und des Regisseurs wollte die Agentur nicht mitteilen. Sie bestätigte nur, dass ein Niederländer die Regie führen soll.

Bereits bei Kostümproben
Über die Handlung - ob sie die ganze Biografie Riefenstahls (1902-2003) umfasst - wollte die Agentur auch noch nichts bekanntgeben. Die Dreharbeiten sollen im nächsten Jahr in Berlin, Afrika und New York stattfinden. "Letzten Montag war Elvers bereits zur ersten Kostümprobe in Florenz", berichtet "Bild". Riefenstahl hatte die Filmrechte an die Deutschen Thomas Schühly und Reinhard Klooss verkauft. Die Münchner Odeon Film AG hatte schon 1999 das Filmprojekt angekündigt. Am Freitag teilte das Unternehmen mit, dass die Rechte weiterverkauft wurden. Diese liegen nun bei der Potsdamer Ufa Film + TV Produktion GmbH, wie eine Sprecherin auf dapd-Anfrage bestätigte.

Deutsche als Kriterium
Elvers-Elbertzhagen sagte der "Bild", warum sie die Regisseurin der Filme über den Nürnberger Nazi-Parteitag 1934 und die Olympischen Spiele in Berlin 1936 spielen soll: "Die Produzenten wollten unbedingt, dass eine Deutsche Riefenstahl spielt, und die Wahl fiel auf mich. Ich habe alles über Riefenstahl gelesen, ihre Filme gesehen, sie regelrecht studiert und in mich aufgesaugt." Sie erklärte: "Ich bewundere die große Ästhetik ihrer Fotografien und ihrer Filme, nicht ihre Arbeit für die Nazis." Die 38-jährige Schauspielerin war zuletzt 2006 im Detlev-Buck-Film "Knallhart" im Kino zu sehen.

Streit um Filmrechte

Um die Filmrechte an Riefenstahls Biografie hatten sich seit 1987 zahlreiche Studios und Stars aus Hollywood bemüht, darunter Jodie Foster, Kevin Costner und sogar Madonna - allerdings vergeblich. Eine Zusammenarbeit mit Jodie Foster lehnte die deutsche Regisseurin ab, weil sie der Meinung war, dass sie in den USA keinen Persönlichkeitsschutz erhalten würde. Sie erklärte damals: "Man hätte ja Lügen über mich erfinden können, mich als Hitlers Geliebte darstellen oder als verrückte Nazihure diffamieren, was oft genug passiert ist."
 

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