Dramatische Ratsuche bei Doktor Freud

Mahler auf der Couch

© Elmo/Kinowelt

Dramatische Ratsuche bei Doktor Freud

Die Eifersucht brennt dem Herrn Staatsoperndirektor aus Wien auf der Seele, als er 1910 Sigmund Freud aufsucht, der in seinem Urlaubsdomizil eigentlich gar keine Lust auf Arbeit hat.

Gespräche mit Mahler
Aber für Gustav Mahler macht Freud eine Ausnahme. Stockend erst und dann immer offener beginnt Mahler zu reden: über seine Ehe mit der um 20 Jahre jüngeren Alma. Über den Liebesbrief des Architekten Walter Gropius an Alma, den er zufällig in die Hand bekam. Über Kunst und Ruhm, über Jugend und Vergänglichkeit.

Die Autoren
Regisseure Percy und Felix Adlon, Vater und Sohn, nahmen die historisch verbürgte Begegnung Freuds mit Mahler zum Anlass, ein brillantes Dialog-Drama zu erfinden. Johannes Silberschneider als fahriger, verquälter und leidenschaftlicher Gustav Mahler sowie Karl Markovics als analytisch trockener, etwas bärbeißiger Sigmund Freud erzeugen Hochspannung, wenn sie in den Wortgefechten aufeinanderprallen. Die Story handelt von Genie und Wahnsinn, aber auch von Genie und Alltag: Es amüsiert immer wieder, wie profan und prosaisch diese großen Männer denken können.

Selbstbewusste Alma
Barbara Romaner porträtiert Alma Mahler nicht als Femme fatale, sondern als selbstbewusste Frau, die unbeirrt ihren Lebens- und Liebesweg geht – auch wenn sie ihren Mann dadurch in die Depression stürzt.

Mahler auf der Couch. A/D 2010. 101 Min. Von Percy &Felix Adlon. Mit Johannes Silberschneider, Karl Markovics.

Autor: Gunther Baumann
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