19. August 2015 12:14
"Lachen durch Scheitern"
Manuel Rubey: Neues für Kino & Bühne
Er dreht derzeit mit Marie Kreutzer Komödie "Was hat uns bloß so ruiniert".
Manuel Rubey: Neues für Kino & Bühne
© oe24

Manuel Rubey sahen heuer bisher 32.000 Kinobesucher als krebskranken Mittdreißiger Johnny Gruber in der Romanverfilmung "Gruber geht". Seit Mitte Juli dreht der 36-jährige Wiener wieder mit der Regisseurin Marie Kreutzer. "Was hat uns bloß so ruiniert" lautet der Arbeitstitel des Films, der im kommenden Jahr in die österreichischen Kinos kommen soll.

Gesellschaftskomödie
"Drei Freundinnen beschließen, gleichzeitig schwanger zu werden", erzählt Rubey im Gespräch mit der APA am Rande der bis Anfang September angesetzten Dreharbeiten den Ausgangspunkt des Films, der erneut in einem jungen urbanen Milieu spielt, in dem man Geldsorgen nur vom Hören-Sagen kennt. Bloß soll es diesmal eine Komödie werden.

"Wahrscheinlich ist es am ehesten eine Gesellschaftskomödie", sagt der Schauspieler, der gemeinsam mit Pia Hierzegger ein Paar verkörpert, das sich schließlich wieder trennt. "Es gibt keinen größeren Einschnitt im Leben, als Kinder zu bekommen", weiß Rubey, der selbst Vater zweier Töchter im Alter von neun und fünf Jahren ist. "Den drei Paaren fliegen plötzlich ihre Lebensentwürfe um die Ohren. Fragen von Erziehung und Beziehung, von Sex und Monogamie stellen sich ganz neu." Die Perspektive ändert sich radikal. Wer sich gestern noch rebellisch gab, findet sich plötzlich als moderater Systembewahrer wieder. "Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: Erwachsen zu sein, heißt, etwas zu tun, obwohl es die Eltern gut finden."

Rubey ist glücklich mit Ästhetik und Arbeitsweise seiner Regisseurin, die Schauspielern viel Freiraum gewährt und das Drehbuch selbst geschrieben hat. "Der Film ist nicht auf Pointe hingetrimmt. Es gibt keine geschriebenen Gags. Das Lachen entsteht aus dem Scheitern, aus der Überforderung, aus bestimmten Situationen. Menschen zum Lachen bringen, ist die höchst Kunst."

Bühnen-Rückkehr
An dieser Kunst wird sich Rubey im Herbst auch wieder auf der Bühne versuchen. Im Wiener Stadtsaal, wo er 2011 gemeinsam mit Thomas Stipsits den später mit dem Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichneten Zwei-Mann-Abend "Triest" herausgebracht hatte, wird am 30. September das zweite gemeinsame Programm präsentiert: "Gott & Söhne". "Es geht um eine nicht ganz unkorrupte Firma, die Glück verkauft."

Das Glück, das die erfolgreiche Arbeit mit Thomas Stipsits bedeutet hat, soll prolongiert werden. "Wir wissen mittlerweile genauer, was wir mögen und was wir nicht mögen." Der gemeinsame Figuren- und Erfahrungsschatz habe sich durch die zahlreichen gemeinsamen Auftritte bedeutend erweitert, und wird Eingang in das Stück finden. Alfred Dorfer führt Regie, Techniker Christian Stipsits wird als Bühnenpartner miteinbezogen.

Ist der Titel "Gott & Söhne" ein Verweis auf einen metaphysischen Programmgehalt oder eine falsche Fährte? Manuel Rubey lächelt und lässt sich nicht in die Karten blicken: "Das Gebot der Stunde wäre ja, Religion an sich zu überwinden." Der göttliche Wille ist vorerst noch unerforschlich...