09. März 2010 11:39
Der Megaknüller "Avatar" von James Cameron galt im Vorfeld der Oscar-Verleihung
als großer Favorit in Kategorien wie "Bester Film" und "Beste Regie".
Branchenkenner räumten nur der Billigproduktion "The Hurt Locker" Chancen
ein, die Aussicht auf einen Preisregen wurde allerdings von einem
der Produzenten des Irak-Dramas, Nicolas Chartier, getrübt, als dieser
bei den Oscarjuroren zum Avatar-Boykott aufrief und forderte, man solle für
seinen Film stimmen. Allen Konkurrenten und Widrigkeiten zum Trotz räumte
"The Hurt Locker" groß ab, gewann in sechs Kategorien bei den Oscars.
Gründe für Triumph
Laut dem Onlinedienst hollywoodreporter
sind das die Gründe für den Sieg von "The
Hurt Locker" und den Untergang von "Avatar":
- Nachdem die meisten Irak-Filme weder große Kassenschlager waren, noch
das Publikum emotional ansprachen, ist "The Hurt Locker" ein Film, der
den Nerv der Zeit trifft. Die Balance stimmt zwischen dem Horror, dass
der Krieg kein Ende nimmt und der Sympathie, die man für jene empfindet,
die kämpfen. "The Hurt Locker" bewirkt das, was "Platoon" für
Vietnam-Veteranen war.
- Es heißt, dass "Avatar"-Regisseur James Cameron kein Liebling der
Academy ist. Er sei vielen ein Dorn im Auge, weil er mit seinen
Superlativ-Filmen und dem dazugehörigen Selbstbewusstsein
erfolgsverwöhnt sei. Mitglieder der Academy wollten ein Exempel
statuieren und künstlerischen Anspruch über Kommerz stellen.
- Kathryn
Bigelow, "Hurt Locker"-Regisseurin ist eine kultivierte,
herausstechende Frau, die zum modernen Image, dass sich die Academy
zulegen will, passt. Da es auch endlich an der Zeit war, dass eine Frau
den Regie-Oscar holt, passte sie perfekt ins goldene Schema.
- Der Einsatz ist nicht vergleichbar: Die Crew von
"The Hurt Locker" musste sich mit schwierigen Bedingungen
wie strengen Grenzkontrollen und Ausgangsverboten am Set in Jordanien
herumschlagen, das "Avatar"-Team höchstens mit Computerproblemen.