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Regisseur Peter Schamoni ist tot

Glas-Entdecker

Regisseur Peter Schamoni ist tot

Der Filmproduzent und Regisseur Peter Schamoni ist tot. Eine langjährige Freundin der Familie bestätigte der dpa entsprechende Berichte von "Münchner Merkur" und  "tz". Schamoni starb am Dienstagvormittag im Alter von 77 Jahren in München. Seinen größten Publikumserfolg hat Schamoni schon mit 33 Jahren erzielt: Die Komödie "Zur Sache Schätzchen" (1968) machte Uschi Glas zum Star und den Namen Schamoni bekannt.

Oscar-Nominierung

In Summe umfasst das Werk des Autors, Regisseurs und Produzenten mehr als 30 Spiel- und Dokumentarfilme, viele davon preisgekrönt. Sechs Bundesfilmpreise, fünf Bayerische Filmpreise, einen Silbernen Bären, eine Oscar-Nominierung bekam Schamoni.

Die Zukunft war ihm sozusagen in die Wiege gelegt, denn Schamoni entstammte einer Filmfamilie. 1934 wurde er in Berlin als Sohn eines Filmwissenschafters und einer Cutterin und Drehbuchautorin geboren. Auch seine drei Brüder Victor, Thomas und Ulrich landeten in der Filmbranche. Peter Schamoni studierte Kunst-, Literatur- und Theatergeschichte, besuchte eine Schauspielschule in München und arbeitete als Regieassistent an verschiedenen Theatern.

Die Lage des damaligen deutschen Films beschrieb er in Interviews als trostlos: "Es war überhaupt kein Platz in der damaligen Filmwirtschaft, der deutsche Film lebte von, 'Förster im Silberwald' und 'Lümmels von der ersten Bank'." So kam es zur Revolte: Schamoni unterzeichnete 1962 das "Oberhausener Manifests", das als die Geburtsstunde des Neuen Deutschen Films gilt. Sein Spielfilmdebüt "Schonzeit für Füchse", das sich mit dem Generationenkonflikt beschäftigt, erhielt bei der Berlinale 1966 den silbernen Bären.

Ambitionierte Künstlerbiografien
Beachtung und Anerkennung verdiente er sich aber vor allem mit seinen ambitionierten Künstlerbiografien: "Peter Schamoni weiß, wie man aus der Kunst von anderen Filmkunst macht", begründete die Filmbewertungsstelle Wiesbaden ihre Entscheidung zu einem Prädikat besonders wertvoll. Initialzündung für die Kunst als Thema war die Begegnung mit Max Ernst. "Das hat mein Leben wesentlich bestimmt. Er war ein Jahrhundertkünstler, der nur in einem Atemzug mit Picasso zu nennen ist", wird Schamoni zitiert.

Über den Mann, dessen Kunst ihn "umhaute", drehte er mehrere Filme, etwa die Hommage "Max Ernst - Mein Vagabundieren, meine Unruhe" zum 100. Geburtstag des Künstlers 1991. Sein international größter Erfolg wurde jedoch das Porträt des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser, "Hundertwassers Regentag" (1972): "Peter Schamoni hat sozusagen das totale Hundertwasser-Porträt gedreht" jubelte die FAZ, der Academy war dieser Film eine Oscarnominierung wert.

Dass er auch immer wieder auf "Zur Sache Schätzchen" (Regie May Spils) angesprochen werde, verärgere ihn nicht, sagte Schamoni stets. Schließlich habe der von ihm produzierte Publikumsknüller ihm eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit beschert. Denn Schamoni spielte mit Formaten und galt als Vordenker. Ein "originelles Dokumentationsprojekt" nannte etwa die "Frankfurter Rundschau" den Film "Majestät brauchen Sonne" (1999) über den extravaganten Kaiser Wilhelm II., die "Zeit" sprach gar von einer Sensation. Als "semidokumentarische Groteske" wird indes der Kinofilm "Daniel, der Zauberer" (2004) bezeichnet, in dem der ehemalige Castingstar Daniel Küblböck die Hauptrolle spielt. Doch mit "Botero - Geboren in Medellin" (2008) kehrte Schamoni bald zu seinem Lieblingsmetier zurück. Der Film beschreibt die Bilder und Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero.

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