Vor fünfzehn Jahren hat "Toy Story" Geschichte geschrieben:
Der erste abendfüllende Animationsfilm, der gänzlich am Computer generiert
wurde, spielte weltweit 362 Millionen Dollar ein, erhielt drei
Oscar-Nominierungen und wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres 1995. Die
Ära der Trickfilmschmiede Pixar wurde mit den um die Gunst ihres Besitzers
kämpfenden Stoff- und Plastikspielzeugfiguren eingeläutet und vier Jahre
später mit "Toy Story 2" eindrucksvoll untermauert. Aufgrund
eines Rechtsstreits mit dem nunmehrigen Pixar-Eigentümer Walt Disney
Pictures dauerte die Umsetzung von Teil drei zwar elf Jahre - doch das
Warten hat sich gelohnt: "Toy
Story 3" (ab 29.7. im Kino) wurde der steinerweichende Abschluss
der fantastischen Trilogie.
Toy Story 3 - Darum geht's Andy, der Besitzer von Cowboy Woody,
dem Astronauten Buzz Lightyear und jeder Menge anderen Spielzeugs, steht vor
dem Umzug aufs College. Doch was tun mit dem ganzen alten Kram, mit dem
ohnehin nicht mehr gespielt wird? Während Woody seine Kollegen von der zu
erwartenden Kiste im Dachboden überzeugen will, fürchten diese die
Abschiebung zum Müllplatz. Dann doch besser in den Kindergarten, wo
wenigstens wieder mit einem gespielt wird! Doch der Kindergarten entpuppt
sich nach anfänglichen Verlockungen als ein gefährlicher Ort, an dem der
charismatische Teddybär Lotso einem Mafiapaten gleich sein strenges Regiment
führt. Für Woody keine leichte Aufgabe, seine Freunde aus dem
Hochsicherheitstrakt zu befreien.
Anrührend, witzig, ergreifend "Wie kann ein digital
erzeugter Film über Sachen aus Plastik, Holz und Gummi so tief berühren?",
fragte das Filmblatt "Entertainment Weekly" erstaunt. Und
tatsächlich ist es einmal mehr beeindruckend, wie scheinbar spielerisch
leicht die Macher um Produzent und Erfinder John Lasseter, Regisseur Lee
Unkrich und Drehbuchautor Michael Arndt ("Little Miss Sunshine")
zwischen albernem Slapstick und düsterem Ausbruchsthriller, zwischen
Charakterdrama und Horrorelementen wechseln. Die Pixar-Leute, die sich nach
Hits wie "Findet Nemo", "Ratatouille" und "Wall-E"
auch bei ihrem jüngsten Kunststück über Kritikerlob und klingelnde
Kinokassen freuen dürfen (allein
in den USA 110 Millionen Dollar zum Auftakt), schufen ein anrührendes,
ergreifendes und witziges Abenteuer.
Synchronstimmen Trotz der neuen 3D-Technik wurde auch diesmal
vor allem auf eine ausgefeilte Story (auch wenn das erste Drittel thematisch
nicht viel Neues bietet) und gut ausgebildete Charaktere Wert gelegt. Eines
der größten Verdienste sind die neuen Figuren, allen voran Lotso, aber auch
Barbie-Freund Ken und Mr. Pricklepants (alias Sepp Stachel). Im Original
leihen einmal mehr Tom Hanks, Tim Allen und Joan Cusack ihre Stimmen, neu
hinzugekommen sind Michael Keaton, Timothy Dalton und Whoopi
Goldberg. In der deutschen Synchronversion stellen u.a. Bully Herbig,
Rick Kavanian, Christian Tramitz und Karin C. Tietze den Spielzeughelden
ihre Stimmen zur Verfügung. Für die Originalmusik sorgt übrigens bereits zum
dritten Mal Oscar-Preisträger Randy Newman.