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Gute gegen Böse

"X-Men": Mutanten prügeln sich wieder

Die Mutanten prügeln (sich) wieder. Regisseur Bryan Singer trägt in "X-Men: Apocalypse" dick auf, was Action, Charaktere und Pathos betrifft. Im Vergleich dazu fiel die Story dünn aus. Genre-Fans werden dank vieler liebevoller Querverweise und humorvoller Momente dennoch ihre Freude haben. Auch wenn man am Ende zur Einsicht gelangt, dass der Bösewicht ziemlich dämlich ist. Ab Freitag im Kino.

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Comic-Verfilmungen
Die ersten drei "X-Men"-Filme kamen von 2000 bis 2006 in die Kinos. Vor allem der erste und zweite Teil unter der Regie von Singer waren großartige Comic-Verfilmungen. In "Erste Entscheidung" von 2011 hatte man dann mit neuen Schauspielern die Vorgeschichte der Mutantensaga erzählt, "Zukunft ist Vergangenheit" verknüpfte 2014 die alte und die neue Generation (und auch die Handlungsstränge). "X-Men: Apocalypse" bildet jetzt als dritter Teil der zweiten "X-Men"-Trilogie das Fundament für zukünftige Abenteuer mit der jüngeren Besetzung.

Der Vorgänger war ein komplexes Zeitreisespektakel, das dazu diente, die Zukunft (vor allem die Geschichte des dritten Teils der ersten Trilogie) so zu verändern, damit Fortsetzungen mit neuen Darstellern Sinn ergeben. "Apocalypse" dagegen ist simpel gestrickt: Der Ur-Mutant (Oscar Isaak), Namensgeber des Films, erwacht nach einem langen; unfreiwilligen Schlaf und will Professor Charles Xavier (James McAvoy) und seiner Mutantentruppe, aber auch der gesamten Welt an den Kragen. Storm (Alexandra Shipp), Angel (Ben Hardy), Psylocke (Olivia Munn) und Magneto (Michael Fassbender) schart er als seine vier Reiter der Apokalypse um sich. Letzterem widerfährt wieder einmal ganz viel Böses - völlig überzogen und viel zu melodramatisch inszeniert.

Diashow "X-Men: Apocalypse": Mutanten sind zurück

"X-Men: Apocalypse": Die besten Bilder

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Gut gegen Böse

Die Kämpfe zwischen den guten und weniger guten Mutanten in 3-D sind mit viel Tricktechnik ausgestattet und entsprechend überbordend bombastisch. Bisweilen ödet die Bilderflut ziemlich an. Die Stärke des Films liegt eher in der Einführung einer neuen Darstellerriege, die ikonische Rollen übernimmt: Sophie Turner als Jean Grey etwa, oder Tye Sheridan als Cyclopse. Nicht alle Figuren sind gleich gut ausgearbeitet, vor allem bei der Gefolgschaft von Apocalypse hat man sich derart stark auf Magneto konzentriert, dass die anderen bloß mitlaufen. Jennifer Lawrence macht als Mystique wie schon in den beiden vorangegangenen Teilen gute Figur. Allen die Show stiehlt aber Evan Peters als Quicksilver mit den coolsten Action-Sequenzen.

80er-Anspielungen

Die Geschichte von "Apocalypse" ist in den Achtzigern abgesiedelt. Gelungene Gags spielen auf dieses Jahrzehnt an - Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) etwa erinnert in seiner roten Jacke an Michael Jackson in "Thriller". Viele nette Details (Poster, Outfits, Ausschnitte aus TV-Sendungen) sind im Hintergrund eingewoben. Die Auswahl der Musik verleitet zum Schmunzeln, so gehört das Thema von "Nightrider" ebenso zum Soundtrack wie ein Song von Metallica (passend: "The Four Horseman"). Zwischen den Krawall-und ermüdenden Pathos-Szenen sorgt ein Schuss Selbstironie dafür, dass sich der Film gerade noch doch nicht zu ernst nimmt. Und man hat Platz für einen feinen Cameo-Auftritt gefunden, der den Kreis um eine Hauptfigur der X-Men schließt.

Apocalypse selbst? Der ist selbstherrlich, eingebildet und trotz seiner Macht eigentlich lächerlich - wie alle Superschurken in den frühen Marvel-Heftchen. Das kann man enttäuschend finden oder als willkommene Abwechselung zu komplexen Weltverschwörungsstorys verstehen.

 

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