2.-10.12.

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"this human world" - Das Programm

Mit einigen Neuerungen geht das Wiener Filmfestival der Menschenrechte, "this human world", in seine dritte Runde. Neben mehr als 80 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen stehen von 2. bis 10. Dezember erstmals eine Retrospektive sowie die Vergabe von zwei dotierten Filmpreisen am Programm. Man wolle "auch heuer wieder einen kultur- und gesellschaftskritischen Beitrag leisten", wie es in der Ankündigung heißt. Mohamed Al Daradjis bei der Berlinale 2010 mit dem Friedensfilmpreis ausgezeichnetes Werk "Son of Babylon" eröffnet das Festival im Gartenbaukino.

Lanzmann-Retrospektive  

In Kooperation mit dem Kulturverein Schikaneder widmet man dem filmischen Schaffen von Claude Lanzmann eine Retrospektive, die am 6. Dezember vom Regisseur persönlich eröffnet wird. Zu sehen ist etwa "Pourquoi Israel", Lanzmanns Debüt aus dem Jahr 1973, das sich mit der Frage nach Identität und Normalität des Staates beschäftigt. Für "Shoah" (1985) trug der französische Filmemacher knapp 350 Stunden Material zusammen, darunter Aufnahmen von Konzentrationslagern und Interviews mit Überlebenden ebenso wie mit Kriegsverbrechern.

Österreich-Premieren
Unter den zahlreichen Österreich-Premieren in diesem Jahr ist etwa "Tibet In Song" (2008) von Ngawang Choephel: Ein Tibeter kehrt aus dem Exil in seine Heimat zurück und versucht die Musik seines Volkes vor der Vergessenheit zu bewahren. Im Rahmen des Wettbewerbs laufen etwa "Postcard To Daddy" (2010) von Michael Stock, in dem sich der Regisseur mit dem sexuellen Missbrauch durch seinen Vater auseinandersetzt, oder "The Way Up" (2009) von Shirly Berkovitz, die sich ebenfalls der Gewalt gegen Kinder widmet. "Shabana's Choice" (2010) von Martin Rehman Gaarder zeichnet das Leben einer Kabarettistin nach, die ins Visier von Islamisten gerät.

Schwerpunkt: Kinderrechte

Ein Schwerpunkt ist in diesem Jahr Kindern und Jugendlichen, den Herausforderungen des Erwachsenwerdens sowie der Missachtung von Kinderrechten gewidmet. "La Regate" (2010) von Bernard Bellefroid erzählt das Leben des 15-jährigen Alex, der alleine mit seinem gewalttätigen Vater lebt und menschliche Werte erst wieder lernen muss. Sasha, der 19-jährige schwule Protagonist von Dennis Todorovics gleichnamigen Film (2010), steht zwischen einem Coming-Out und den gegensätzlichen Erwartungen seiner Eltern.

Preisverleihung
Krönender Abschluss des Festivals ist eine dreifache Preisverleihung im Schikaneder am 10. Dezember - dem internationalen Tag der Menschenrechte. Gestiftet vom Renner Institut und dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten werden der "thw"-Publikumspreis sowie der "thw"-Festivalpreis vergeben. In der Jury für Letzteren sitzen der Filmemacher Arash T. Riahi, Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, Schauspieler Georg Friedrich, die Künstlerin Teodora Nikolova sowie die Journalistin Andrea Schurian. Ebenfalls von dieser Jury gekürt wird der Siegerbeitrag des SchülerInnen-Kurzfilmwettbewerbs, an dem sich zehn Wiener Schulen beteiligen. Für das kommende Jahr ist geplant, den Wettbewerb bundesweit auszuschreiben.

"this human world", Internationales Filmfestival für Menschenrechte, von 2. bis 10. Dezember; Programm unter www.thishumanworld.com
 

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