AC/DC: In Wels war die Hölle los AC/DC: In Wels war die Hölle los

Austro-Woodstock

 

© Thomas Zeidler

AC/DC: In Wels war die Hölle los

Um 21 Uhr war das Chaos vergessen. Der bombastische Rock'N’Roll Train von AC/DC als musikalisches Allheilmittel gegen den unglaublichen Anreisefrust. 82.000 Fans pilgerten am Samstag zum Flugplatz Wels. Ein Wahnsinnstrip von Woodstock-Format – einstündige Wegzeiten inklusive. Das größte Konzert des Jahres. Ein Event für die Ewigkeit.

19 Welthits im Bühnenbombast
Nicht nur wegen des Chaos rund um das für Massenaufläufe völlig ungeeignete Konzertgelände. Sondern weil die Hardrock-Opas trotz Stimmproblemen alle Erwartungen erfüllten: 19 Welthits in zwei Stunden – dazu ein opulenter Bühnenbombast mit überdimensionaler Dampf­Lok, gigantischer Höllenglocke (Hells Bells) und ohrenbetäubenden Kanonensalven (For Those About To Rock) zum Finale.

Wels Bells
Wie erwartet unterschied sich der weltweit bereits liebevoll als Wels Bells geführte Austro-Auftritt nur um Nuancen vom Vorjahreskonzert in Wien. Einzige Änderung: Der 1975er-Klassiker High Voltage ersetzte die Füllnummern Dog Eat Dog und Anything Goes. Somit gab es in Wels „nur“ 19 statt 20 Songs. Auch ein Eingeständnis an Sänger Brian Johnson (62), der tontechnisch zwar deutlich über Whitney Houston und Kiss-Stanley lag, trotzdem mehrmals patzte – vor allem der Welthit Thunderstruck wackelte extrem dissonant daher.

Entengang, Höllenfratze und Strip
Sonst gab’s Business as usual – dieselben Greatest Hits wie immer – von Back In Black bis Highway To Hell. Und eine seit Jahren einstudierte Aneinanderreihung der legendärsten Posen: der unrhythmische Entengang, die vom euphorisierten Publikum tausendfach kopierte Höllenfratze und – zu The Jack – der Strip bis zur Unterhose. Dabei zeigte Angus Young am Po nicht die Österreich-Flagge, sondern das AC/DC-Logo.

Letzte Konstante
Beeindruckend, wie sich Brian Johnson am Glockenseil schwang (Hells Bells) oder Angus Young, einem trotzigen Kind gleich, am Boden rotierend zu Let There Be Rock seine Gitarre würgte. Erwies sich der Welser Flughafen als Konzertgelände völlig ungeeignet, so bewiesen sich AC/DC einmal mehr als letzte große Konstante des Musik-Business.

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